Der neue Blitz-Atlas In welchen Städten und Regionen es am häufigsten blitzt

Ein Blitz schlägt ein. Foto: dpa

Eine Messung zeigt, in welchen Städten und Regionen es oft einschlägt und welche bayerische Stadt einen Niedrig-Rekord einfährt.

 

Cottbus/München - Nirgendwo anders in Deutschland hat es 2014 so oft geblitzt wie in Cottbus. Auf jeden Quadratkilometer der brandenburgischen Stadt gingen im vergangenen Jahr rechnerisch gut 8,4 Blitze nieder. Das hat das Unternehmen Siemens in seinem neuen Blitz-Atlas berechnet. 2013 war die Blitzhauptstadt noch Coburg in Oberfranken.

Auf Platz 2 der Blitz-Regionen 2014 landet der Landkreis Spree-Neiße (7,26 Einschläge pro Quadratkilometer), es folgen Schweinfurt (5,56) und Leipzig (5,27).

Der blitzärmste Ort Deutschlands liegt in Bayern: Die wenigsten Blitze, die Kontakt mit der Erdoberfläche oder Gebäuden hatten, gab es neben dem ostfriesischen Aurich im niederbayerischen Passau. Dort waren es der Siemens-Erhebung nach nur 0,23 Einschläge je Quadratkilometer. Aber auch in Würzburg, Coburg, Straubing oder auch Fürstenfeldbruck hat es 2014 selten eingeschlagen.

So sieht es in Bayern aus: Hier hat es sich 2014 recht sicher gelebt, was Blitzeinschläge angeht. Der Freistaat landet beim Ranking der Bundesländer auf Platz 12. Dort haben im Schnitt 1,29 Blitze pro Quadratkilometer eingeschlagen. Auf Platz 1 der Blitz-Länder liegt Brandenburg (3,1 pro Quadratkilometer), gefolgt von Sachsen (2,76) und Hessen (2,3). Aber auch einige bayerische Regionen sind unter den von Siemens aufgeführten Top 100 der blitzreichsten Regionen: Im Landkreis München gab es etwa im vergangenen Jahr 2,56 Blitze pro Quadratkilometer. Im Berchtesgadener Land sind es etwas mehr mit 2,85, in Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen etwas weniger: 2,42 Blitze.

Im Jahr 2007 sind doppelt so viele registriert worden

So viele Blitze gab es 2014 in ganz Deutschland: Im vergangenen Jahr zählte Siemens in seiner Karlsruher Blitzzentrale fast 623 000 Einschläge. Die Werte schwanken von Jahr zu Jahr stark. 2013 war die Gesamtzahl der Einschläge mit gut 542 000 deutlich geringer. Das entspricht rund 15 Prozent weniger als in diesem Jahr. Aber es gab auch schon Jahre wie 2007, in denen mehr als eine Million Blitze in ganz Deutschland einschlugen.

Warum die Erhebung für Versicherungen interessant ist: Energieversorger und Versicherungen sind nach Angaben des Unternehmens an den Daten sehr interessiert. Blitze können mit ihren elektromagnetischen Feldern empfindliche Elektronik zerstören und großen Schaden anrichten. Energieversorger wollen schnell feststellen, ob ein Schaden an einer Leitung von einem Blitz stammt oder eine andere Ursache, wie ein umgestürzter Baum, vorliegt.

Versicherer gleichen gemeldete Schäden mit den Einschlagdaten ab und können außerdem Rückschlüsse für den Gewitterschutz ziehen.

Der Blitz-Atlas: Siemens ortet über Messstationen im ganzen Land alle Einschläge bis auf 200 Meter genau. Das elektromagnetische Signal kommt an unterschiedlichen Messpunkten zu unterschiedlichen Zeiten an. Aus der Differenzzeit kann der Ort des Treffers berechnet werden. Außerdem erkennen die Antennen die Richtung, aus dem das Signal kommt.

 

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