Der Feiertag des Kiffens Weltkiffertag: Hier wird der Joint gefeiert

Jerusalem: Ein Mann raucht im Wohl Rose Park gegenüber dem Parlamentsgebäude einen Joint und "feiert" damit den 20. April - als Datum mit 4/20 abgekürzt - den Kiffer-Tag «420». Foto: Nir Alon/ZUMA Wire/dpa

Der 20. April gilt in vielen Ländern als Weltkiffertag, Welt-Cannabis-Tag oder Weed Day. Dafür werden um 16:20 Uhr die Joints angesteckt. Aber warum wird dieser Tag gefeiert, wo liegt der Ursprung und wie ist die aktuelle rechtliche Situation in Deutschland?

Marihuana ist ein Thema, über das sich Politik und Gesellschaft gleichermaßen streiten. Gegner des Kiffens sprechen von einer Einstiegsdroge, Befürworter promoten Marihuana als Heilpflanze. In Deutschland können seit März 2017 Menschen mit schwerwiegenden Krankheiten oder chronischen Schmerzen Cannabis auf Rezept legal bekommen. Am 20. April wird auf der ganzen Welt der Weltkiffertag gefeiert.

Was ist der Weltkiffertag?

Der Weltkiffertag, Welt-Cannabis-Tag oder Weed Day wird auf der ganzen Welt von Freunden des Grünen Rausches gefeiert. Pünktlich um 16:20 Uhr werden dafür Joints an öffentlichen Plätzen angezündet und geraucht. Damit soll für die Legalisierung protestiert werden, denn in vielen Ländern ist der Wirkstoff der Pflanze illegal.

Gerüchten zufolge hat der Weed Day seinen Ursprung in den USA. In den 70er Jahren sollen sich fünf Jugendliche, "die Waldos" genannt, in Marin County jeden Tag um 16:20 Uhr zum gemeinschaftlichen Kiffen verabredet haben. "Waldo 4/20" galt anscheinend als Code zum Genuss eines Joints, weshalb der Weltkiffertag auch auf den 20. April fällt.

Wo ist Kiffen legal?

Laut dem Deutschen Hanfverband hat Uruguay 2013 als weltweit erstes Land Cannabis komplett legalisiert. Damit dürfen Privatpersonen bis zu sechs Pflanzen anbauen. Der Handel unterliegt aber staatlicher Kontrolle. In den USA ist in neun Staaten Cannabis komplett und in 30 Staaten teilweise als Medikament auf Rezept legalisiert.

Die Niederlande gelten als das absolute Kifferparadies. Das ist aber ein weit verbreiteter Irrglaube, denn dort ist der Konsum keinesfalls vom Gesetzgeber legalisiert. Es wird lediglich toleriert. "Die sogenannten Coffeeshops dürfen dort bis zu 500 Gramm Cannabis im Laden aufbewahren und bis zu 5 Gramm pro Kunde verkaufen. Die gesamte Produktion und der Großhandel sind aber illegal, so dass eine sehr spezielle Hintertürproblematik entstand. Dadurch gibt es auch keinerlei staatliche Kontrolle über die genutzten Anbaumethoden und dadurch keinerlei Verbraucherschutz", schreibt der Deutsche Hanfverband.

Wie ist die rechtliche Situation in Deutschland?

Laut Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gehört Cannabis zu den "nicht verkehrsfähigen Betäubungsmittel". Damit ist der Anbau, Kauf, Verkauf und Besitz unabhängig von der Menge verboten. Eine sogenannte "geringe Menge" gibt es also nicht. Aber seit März 2017 können Menschen mit schwerwiegenden Krankheiten oder chronischen Schmerzen Cannabis auf Rezept legal bekommen.

Anfang Februar machte der Bund Deutscher Kriminalbeamter mit einer kompletten Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumen‎ten Schlagzeilen. Gegenüber der Bild sagte BDK-Chef André Schulz: "Die Prohibition von Cannabis ist historisch ‎betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend." Er verweist auf die negativen Folgen der offenen Drogenszene und Beschaffungskriminalität. Alkohol und Tabak seien eher das Hauptproblem.

Ob Cannabis legalisiert wird oder nicht bleibt eine spannende Frage. Bis dahin werden wohl noch weitere Weltkiffertage gefeiert.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. null