Der Cirque du Soleil mit Kooza - Die AZ-Kritik Kooza auf der Theresienwiese in München

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
"Kooza" - die Show des Cirque du Soleil ist in München. Foto: dpa

Der Cirque du Soleil ist mit "Kooza" in München und beweist: Atemberaubendes und Poetisches geht wunderbar zusammen. Diese Form des Zirkus nimmt es mit jedem heutigen Entertainment-Format auf.

 

Die Frauen im Publikum kreischen „Wuuuuh“, den Männern entfährt mehrmals ein „Wooooow“. Denn unter der Kuppel des Grand Chapiteau hängt ein Teufel außen an einem rotierenden Rad, dem Todesrad. Das ist einer der Adrenalin-Höhepunkt der Zirkusshow „Kooza“, die am Freitag auf der Theresienwiese vor 2500 Zuschauern Premiere hatte.

Das teuflische Todesrad

Das Todesrad schaut aus wie ein Knochen, zwei Hamsterräder rotieren um eine Achse und auf ihnen springen zwei ungesicherte Artisten Seil, schlagen Saltos und schweben scheinbar sekundenlang, wenn sie vom Teufelsrad abheben, um es in letzter Sekunde einzuholen. Mit „Kooza“ kehrt der Cirque du Soleil zurück zu seinen Wurzeln: Eine Zirkusnummer jagt die anderen, dazwischen jagen sich die Clowns. Da verdrehen sich spinnenschnell und mit schmerzfreier Leichtigkeit die Schlangenfrauen und später balancieren zwei Männern auf einem Drahtseil mit dem Radl, zwischen sich einen Stuhl. Auf dem steht noch so ein waghalsiger Könner. In Zeiten von RTL-Supertalenten und Popstars, die mit einem ganzen Popzirkus auf Tour gehen, sollte man meinen, das könne nicht mehr zwei Stunden lang begeistern.

Keine Langeweile, Tempowechsel, Poesie

Dass es funktioniert, liegt wohl nicht nur an den erstklassigen Artisten, sondern auch an dem Tempo, das zwischen verträumt und rasend wechselt. Die Musik heizt bei Kooza ein, bringt Einradfahrer erotisch zusammen, ein Schlagzeugsolo vertreibt das Todesrad und wummert bedrohlich, wenn eine Frau auf Stelze von einer Wippe durch die Luft geschleudern wird. Die sechs Kooza-Musiker verbinden indische Musik mit westlichem Pop und hauen zwischendurch den Funk raus. Dazu dröhnen die Konfettikanonen und der König und seine Hofnarren albern sich durchs Publikum, richten den Laubbläser auf gut gefüllte Popcorntüten und machen schließlich zwei Zuschauer zu komischen und viel beklatschten Stars in Kooza, dem Königreich der Narren, der Akrobaten und der Musik.

Bis 2. März, Theresienwiese, Karten: 45 - 110 Euro, 54 818181

 

0 Kommentare