Der Budestrainer bleibt Paukenschlag: Löw verlängert bis zur WM 2014

Er hat's getan: Jogi Löw bleibt bis 2014 Bundestrainer. Foto: dpa

Nächste rasante Entwicklung auf dem deutschen Trainer-Karussell: Joachim Löw bindet sich langfristig an den DFB.

 

München - Joachim Löw wird einen Vertrag als Bundestrainer überraschend schon jetzt bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien verlängern. Das meldeten mehrere Medien am Dienstag übereinstimmend noch vor einer offiziellen Verlautbarung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Die Bestätigung wird jedoch im Laufe des Tages erwartet.

Die Nachrichtenagentur dpa erfuhr aus dem engsten Umfeld des Bundestrainers, dass es in den vergangenen Tagen „sehr viele Gespräche“ zwischen der Verbandsführung und der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft gegeben hat. Der Sprecher von DFB-Präsident Theo Zwanziger kündigte eine Stellungnahme des Verbandschefs im Laufe des Tages an. Laut „kicker“ soll auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach verlängern. Löw hatte die zu diesem Zeitpunkt überraschende vorzeitige Vertragsverlängerung inklusive seines Betreuerstabes in einem Interview mit der „Sport-Bild“ (Mittwoch-Ausgabe) angekündigt.

„Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch“, sagte Löw dem Magazin. Der DFB sei mit seinem Konzept einverstanden. DFB-Chef Zwanziger habe ihm schon vor Wochen deutlich gemacht, „dass er gerne mit uns bis 2014 verlängern würde“. Löw ist seit 2006 ausgesprochen erfolgreich als Bundestrainer tätig. Seine Popularität und Anerkennung in der deutschen Öffentlichkeit sind riesig. In der Qualifikation zur EM 2012 ist die DFB-Auswahl nach vier Siegen bereits wieder souveräner Spitzenreiter und steht vor der direkten Qualifikation.

Der Nachfolger von Jürgen Klinsmann führte die junge deutsche Nationalmannschaft ins EM-Finale 2008 und im vergangenen Jahr zu Platz drei bei der WM-Endrunde in Südafrika. Der Schwarzwälder arbeitet seit 2004 für den DFB. Bis zur WM 2006 in Deutschland war er zunächst Assistent von Klinsmann. Als Gründe für die frühzeitige Zukunftsentscheidung nannte Löw neben den hervorragenden sportlichen Perspektiven mit dem jungen Team um kommende Weltstars wie Mesut Özil auch die Erfahrungen des vergangenen Jahres.

Nach einer unter großem Getöse und mit gegenseitigen öffentlichen Vorwürfen geplatzten vorzeitigen Verlängerung mit dem Verband waren Löw und sein Team um Manager Oliver Bierhoff mit einer ungeklärten Vertragssituation ins WM-Turnier gegangen. „Ich glaube, dass man eine ähnliche Situation wie 2010 vermeiden will, als die Entscheidung erst nach der WM in Südafrika fiel. Damit konnten zwar alle Beteiligten umgehen, trotzdem war dieses Thema ständig präsent während des Turniers. Wie gesagt: Das möchten wir bei der EM 2012 vermeiden“, sagte Löw der „Sport-Bild“.

Mit dem frühzeitigen Ja-Wort für eine Fortführung der Zusammenarbeit mit dem Verband hätte Löw auch die Spekulationen um seine Person beendet. Der frühere Coach des VfB Stuttgart wurde in der vergangenen Woche auch als möglicher Trainer des FC Bayern München nach der Europameisterschaft im kommenden Jahr in Polen und der Ukraine ins Spiel gebracht. „Nein“, sagte Löw, dieses Thema stelle sich für ihn nicht. Auch eine Doppelfunktion als Bayern- und Nationaltrainer schloss er aus: „Das kommt für mich nie infrage.“

Löw fühlt sich als Verbandstrainer pudelwohl. Sein Ziel mit der Nationalmannschaft ist bei den kommenden Turnieren der große Wurf. „Man strebt nach dem Titel“, hatte Löw zu Jahresbeginn erklärt. Er bescheinigte seinem aktuellen Team eine Titelreife schon 2012. Der letzte deutsche Turnier-Triumph liegt schon 15 Jahre zurück: 1996 wurde Deutschland in England Europameister. Wenn es nicht schon 2012 klappen sollte, will sich Löw frühzeitig eine zweite Chance 2014 sichern: Die EM sei „auch ein Zwischenschritt zur WM in Brasilien“.

 

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