Depression von Andreas L. Lufthansa gab Informationen nicht weiter

Die Lufthansa wusste von der Depression von Andreas L., hat diese Information jedoch nicht an das Luftfahrtbundesamt weitergegeben Foto: dpa/az

Andreas L. befand sich in psychatrischer Behandlung, hatte seinen Arbeitgeber bereits 2009 darüber informiert. Doch die Lufthansa-Ärzte gaben diese Information nicht an das Luftfahrtbundesamt weiter. Das könnte Konsequenzen haben.

 

München - Die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa wusste während der Ausbildung des Co-Piloten Andreas L. der Germanwings-Unglücksmaschine von einer vorausgegangenen Depression. In einer E-Mail hat der damalige Flugschüler 2009 im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme seiner Ausbildung die Verkehrsfliegerschule über eine "abgeklungene schwere depressive Episode" informiert.

Doch wie jetzt die Welt am Sonntag berichtet, habe der medizinische Dienst der Lufthansa diese Information nicht an das Luftfahrtbundesamt weitergegeben. Die Braunschweiger Behörde wies auf Anfrage der Zeitung jede Verantwortung als lizenzvergebendes Amt von sich: "Es trifft nicht zu, dass das Luftfahrtbundesamt über die medizinischen Hintergründe im Fall L. unterrichtet war."

Dieses Verhalten könnte für die Lufthansa-Ärzte, die den Piloten in den Jahren von 2009 bis 2014 untersuchten, Konsequenzen haben. Denn laut der Laut der "Welt am Sonntag" hätten sie das Luftfahrtbundesamt darüber informieren müssen.

Der Airbus war am Dienstag vor einer Woche auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einer Felswand in Frankreich zerschellt. Der 27 Jahre alte Co-Pilot wird verdächtigt, seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit voller Absicht in die Katastrophe gesteuert zu haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler war er vor Jahren suizidgefährdet und für den Unglückstag eigentlich krankgeschrieben.

 

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