Demontiert und abtransportiert Deutsches Museum: Das passiert mit der Schiffsschraube

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Hier werden gerade 4.400 Kilo Propellerflügel bewegt. Foto: Jasmin Menrad

Der blaue Propeller vor dem Deutschen Museum ist demontiert. Warum das nötig war und wo das Exponat hinkommt.

 

München - Seit 1905 wurden die Schrauben nicht mehr bewegt. Entsprechend renitent zeigen sie sich am Montag, als Arbeiter das Exponat mit der Inventarnummer 4131 – die Schiffsschraube – vor dem Deutschen Museum demontieren.

Bereits in der Woche zuvor hatten sie die Schrauben vorgelöst, aber gegen 18 Uhr am Montag schaut's so aus, als würden sie ihr ehrgeiziges Ziel – die Arbeiten noch am selben Tag zu beenden – nicht erreichen: Eine der Propellerflügelschrauben will sich erst nicht lösen, als sie schließlich nachgibt, bewegt sich die ganze Konstruktion und muss mit Seilen gesichert werden.

114 Jahre lang stand die blaue Schiffsschraube vor dem Forum des Deutschen Museums. "In Gebrauch war sie nie", sagt Wolfgang Hofmann vom Deutschen Museum. Hätte sie aber sein können, denn es handelt sich um den Propeller eines Schnelldampfers der Typen "Spree" und "Havel", der Lloyd Bremen, gegossen von der Friedrich Krupp AG Essen.

Neuer Platz für Schiffsschraube vom Deutschen Museum

Weil die Ludwigsbrücke bald saniert wird, muss die gigantische Schraube von ihrem angestammten Platz an der nördlichen Seite der Museumsinsel weg. "Jetzt, wo sie demontiert ist, wird sie restauriert und auf dem Außengelände der Flugwerft Schleißheim wieder aufgestellt", sagt Hofmann.

Zwei Wochen wird es dauern, bis sie wieder steht. Der Propeller wird aber nur vom Parkplatz und nicht von den Werfthallen aus sichtbar sein.

Ihn abzubauen ist ein arger Kraftakt: Elf Meter ist die Schiffsschraube lang, sie hat einen Durchmesser von 6,85 Meter, jeder Flügel hat ein Gewicht von 4.400 Kilo. Das Gesamtgewicht mit den beiden Lagerblöcken beträgt 52.040 Kilogramm.

Kurz vor Mitternacht haben es die Arbeiter tatsächlich geschafft: Die Schiffsschraube ist demontiert und verladen. "Es ist angedacht, dass sie zurückkommt, aber frühestens in sechs Jahren", sagt Hofmann.

 

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