Demo vor Staatskanzlei München: Taxifahrer protestieren gegen Uber und Co.

Die Münchner Taxifahrer demonstrierten am Mittwoch vor der Staatskanzlei. Foto: Bernd Wackerbauer

In zahlreichen bayerischen Großstädten legen die Taxifahrer am Mittwoch ihre Arbeit nieder. Grund ist die geplante Öffnung des Marktes für neue Fahrdienste und der damit einhergehende Konkurrenzdruck.

 

München - Gelbe Schilder haben sie mitgebracht und vollgeschriebene Transparente. Sie sind aufgebracht. Und fühlen sich ignoriert. Rund 300 Taxler haben am Mittwoch vor der Staatskanzlei demonstriert. Außerdem haben mehrere Taxiunternehmen gestern keine Aufträge angenommen.

Der Grund: Pläne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), die – so fürchten sie – das klassische Taxigeschäft gefährden. Das Verkehrsministerium will die so genannte Rückkehrpflicht abschaffen. Autos von Mietwagenfirmen mit Fahrern, zu denen etwa Uber gehört, dürften sich dann überall bereithalten. Taxis wären hingegen weiter an behördlich vorgeschriebenen Stellen gebunden.

Da viele Kunden heutzutage vor allem über Smartphone-Apps einen Wagen bestellen, könnten Mietwagen in Echtzeit von überall aus Aufträge annehmen. Die erteilten Fahraufträge können schneller ausgeführt werden als von Taxis. Bisher müssen Mietwagen, wenn sie keinen Nachfolgeauftrag haben, nach jeder Fahrt an ihren Hauptstandort zurückkehren und dürfen nicht wie Taxis auf der Straße auf Kunden warten. Die einzige Ausnahme ist, wenn der Mietwagenunternehmer vor der Fahrt von seinem Betriebssitz oder währenddessen einen neuen Beförderungsauftrag erhält.

Bayerns Taxler befürchten höhere Konkurrenz

Christian Hess, Geschäftsführer der Münchner Isarfunk Taxizentrale, ärgert der Plan aus dem Verkehrsministerium: "Das Gesetz wird lediglich durchlöchert, satt dass es entschlossen reformiert wird. So führt das Ganze nur zur weiteren Verstopfung der Innenstädte." Laut einer Studie aus den USA sind die Straßen wegen Autos von Uber und ähnlichen Dienstleistern in den vergangenen Jahren zunehmend verstopft.

Frank Kuhle, der Vorsitzende des Landesverbands Bayrischer Taxi- und Mietwagenunternehmen sagte: "Ohne die Rückkehrpflicht stehen neue Anbieter bald neben uns auf der Straße und bieten den gleichen Service zu Dumpingpreisen an." So könne das Taxigewerbe nicht überleben.

 

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