DEL-Rekord EHC München im Viertelfinale: Fünf Säulen für Titel Nummer vier

Fünf, die den Unterschied machen können: Stürmer John Mitchell, Kapitän Michael Wolf, Goalie Danny aus den Birken, Stürmer Mark Voakes und Verteidiger Yannic Seidenberg (v.l.). Foto: Rauchensteiner/Augenklick, GEPA pict./ho

Der EHC München kann als erste Mannschaft der DEL-Historie den vierten Titel in Serie holen – im Viertelfinale geht es nun gegen die Eisbären Berlin. Die AZ zeigt, auf wen es bei den Red Bulls ankommt.

München - Wer in die Zukunft blicken will, der muss mit der Vergangenheit abgeschlossen haben. Daher eine kurze Rückblende – auf den 26. April 2018. Der EHC Red Bull München erlegt am Oberwiesenfeld im siebten und entscheidenden Spiel der Final-Serie die Eisbären Berlin mit 6:3 und übt sich zum dritten Mal in Serie als Thronbesteiger der DEL.

Kaum hatte der EHC seine Pokalsammlung erweitert, wurde die Mission Quadruple-Meisterschaft ausgerufen. Bereits im Viertelfinale (ab Mittwoch, 19.30 Uhr) kommt es zum erneuten Duell München gegen Berlin. Auf ein Neues! "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass wir wieder den Titel holen", sagte Kapitän Michael Wolf, der seine Karriere nach der Saison beenden wird – am liebsten als Serien-Pokalhochstemmer.

Don Jackson erfolgreichster Trainer der Liga-Geschichte

Vier Titel in Folge, das hat noch kein Team in der DEL-Historie geschafft. Coach Don Jackson, mit acht Titeln der erfolgreichste Trainer der Liga-Geschichte, wusste davon nichts. "Okay, das war mir bisher gar nicht bewusst", sagte der Amerikaner, "ich will einfach jedes Spiel gewinnen, immer den Titel holen. Mit dieser Einstellung gehe ich in jede Partie – erst recht in den Playoffs. Wichtig ist dort aber am Ende nur, dass man das letzte Spiel der Saison gewinnt." So wie am 26. April 2018. Die AZ zeigt, auf welche Spieler es besonders ankommen wird – fünf Säulen für Nummer vier.

Michael Wolf: Der 38-jährige Kapitän ist der Leader schlechthin beim EHC – auf dem Eis, aber noch mehr in der Kabine. Und er spielt seine allerletzten Partien. Nach der Saison ist Schluss. "Michael ist einer der großartigsten Spieler, die ich je gecoacht habe", sagte Jackson, "er ist der Traum jeden Trainers."

In der Saison fiel Wolf, der eigentlich als Eisenmann gilt, mit einer Knöchelverletzung länger aus. Doch jetzt ist er wieder da. Seine Fitnesswerte sind weiter die besten der gesamten Mannschaft, sein Einsatz einzigartig. Wolf ist sich für keine Drecksarbeit zu schade und dank seiner Tore – er ist mit 336 Treffern der Rekordtorschütze der Liga – Erfolgsgarant in München.

Goalie kann den Unterschied machen

Danny aus den Birken: Der Goalie ist mit den Ligabestwerten von nur 1,96 Gegentreffern pro Partie und einer Fangquote von 92,6 Prozent der große Rückhalt des EHC. Das hat er auch schon in den vergangenen beiden Spielzeiten bewiesen, als Jackson ihm in den Playoffs in allen Spielen das Vertrauen schenkte.

Nicht umsonst wurde der 34-Jährige zum Torhüter und Spieler des Jahres in der DEL gewählt. "Seine Statistiken sagen noch nicht mal aus, wie wichtig er für uns ist", sagte Wolf, "Danny ist ohne Frage der beste Torhüter." Und Jackson meinte: "Ein Goalie kann in einer Meisterschaft den Unterschied machen."

John Mitchell: Der 566-malige NHL-Spieler war – trotz einer Knieverletzung, die ihn für neun Partien außer Gefecht setzte – der beste Scorer des EHC in der regulären Saison. 13 Tore und 25 Assists stehen für den 34-Jährigen zu Buche. Zudem ist der Kanadier mit seinen 1,85 Metern und 95 Kilo eine physische Präsenz auf dem Eis, nicht viele Spieler schirmen den Puck mit dem Körper besser ab.

Zudem übernimmt er im Powerplay oft die Rolle des Spielmachers, die in der vergangenen Saison noch Keith Aucoin (Karriereende) und Dominik Kahun (wechselte in die NHL zu den Chicago Blackhawks) eingenommen haben.

Seidenberg ist bereit für den Titel

Yannic Seidenberg: Der 35-Jährige, der vor knapp zwei Jahren vom Stürmer zum Verteidiger umgeschult wurde, ist der konstanteste und gefährlichste Verteidiger des EHC. Elf Tore und 17 Assists gelangen ihm in der Hauptrunde, zudem bringt er eine gewisse Grundaggression mit. Seidenberg ist für den Spielaufbau extrem wichtig. "Ich bin bereit für Nummer vier", sagte er der AZ.

Mark Voakes: Der 34-Jährige ist nach Mitchell zweitbester Scorer des EHC (zwölf Tore, 25 Vorlagen). Er hat ein manchmal fast magisches Gespür für die Situation und die Mitspieler. "Mark hat nicht nur Augen im Hinterkopf, er hat Augen überall", sagte Manager Christian Winkler über Voakes. Zudem verfügt der Kanadier über die besten Hände der Liga, gewann 2017 und 2018 jeweils den Techniker-Bewerb in der DEL, seine Geniestreiche können Spiele entscheiden – und Meisterschaften.

 

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