DEL-Finale gegen Mannheim EHC München: Jetzt gilt's im Spiel um den Thron

Final-Fight: Der EHC ist gegen Mannheim unter Druck. Foto: imago/Thomas Frey

Der EHC Red Bull München steht im Finale gegen Mannheim am Mittwoch unter Druck. Von den Strafzeiten über die Torgefahr bis zum Torhüter: Die AZ zeigt, was sich verbessern muss, damit die Wende gelingt.

 

München - Nach 1099 Tagen droht dem EHC Red Bull München der Thronsturz! Die Red Bulls, die sich am 22. April 2016 in Wolfsburg zum ersten von bislang drei Malen in Folge zum Meister gekrönt hatten, liegen in der Finalserie gegen die Adler Mannheim mit 1:2 zurück.

Eine weitere Pleite am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr/Sport1 und Magentasport live) im Olympia-Eisstadion könnte bereits eine Vorentscheidung zu Ungunsten der Münchner bringen – erst zwei Teams gelang es in der DEL, einen 1:3-Rückstand in einer Playoffserie noch umzudrehen. Nach den beiden Pleiten am Osterwochenende (0:3, 1:4) droht der Verlust des so liebgewonnenen Titels.

Einer freilich bleibt noch ruhig: Meistertrainer Don Jackson. "Ab dem zweiten Drittel sind wir gut ins Spiel gekommen, darauf werden wir aufbauen", sagte er nach dem 1:4 in Mannheim am Ostermontag. Dennoch: In vielen entscheidenden Bereichen war der EHC in den ersten drei Partien schlechter als die Adler. Die AZ zeigt, was besser werden muss, damit die Wende im Finale noch gelingt:

1. Die Anfangsphase nicht verschlafen 

In Spiel zwei am Samstag dauerte es 1:21 Minuten, ehe der Puck zum ersten Mal im Münchner Netz zappelte, am Montag lag der EHC bereits nach fünf (!) Sekunden mit 0:1 zurück – ein DEL-Rekord für das schnellste Tor. Mit dem aggressiven Forechecking der Adler haben die Red Bulls große Probleme. "Das ist die immer gleiche Geschichte", sagte Jackson, "wir wissen, dass wir es können, aber wir müssen es früher im Spiel zeigen." 

Sein klarer Auftrag für Mittwoch: "Wir müssen einfach das erste Tor schießen, dann wissen wir, was wir auf dem Eis zu tun haben und dass wir das Spiel gewinnen können."

2. Weniger Strafzeiten kassieren

Mit der – umstrittenen – Spieldauerstrafe gegen Trevor Parkes nach zweieinhalb Minuten geriet der EHC am Montag auf die Verliererstraße. Im letzten Drittel verhinderten unnötige Fouls von Tobias Eder und Ryan Button eine Aufholjagd. Die Undiszipliniertheiten brachten Nationalstürmer Yasin Ehliz auf die Palme: "Wir sitzen fast nur auf der Strafbank, dort kannst du keine Spiele gewinnen", schimpfte er im Interview bei "Magentasport".

3. Die Torgefahr erhöhen

Nur drei Tore erzielten die Red Bulls in den drei Finalspielen, sie benötigten 67 Schüsse – macht eine Schuss-Effizienz von 4,48 Prozent. Bereits im Halbfinale gegen Augsburg taten sich die Münchner extrem schwer mit dem Toreschießen. Auch die Powerplay-Quote ist mit 10,98 Prozent die schlechteste aller Playoff-Teams.

4. Das Torhüter-Duell gewinnen

Ein Erfolgsfaktor der Mannheimer ist ihr Torhüter: Dennis Endras. Der 33-jährige Allgäuer hat im Finale eine fantastische Fangquote von über 95 Prozent und hält bisher stärker als Münchens Silber-Held Danny aus den Birken. "Dennis hat uns im Spiel gehalten. Ich kenne den Dennis einfach nur so", lobte sein Trainer Pavel Gross. Nach Endras’ Leistungen wackelt auch aus den Birkens Stammplatz für die WM im Mai.

5. Die Personalmisere verkraften

Mit Konrad Abeltshauser, Jason Jaffray und Maxi Kastner fehlen drei Spieler ohnehin für den Rest der Saison, in der Finalserie verletzten sich nun auch noch Justin Shugg und Topscorer Mark Voakes. Für Shugg ist die Saison nach AZ-Informationen beendet, bei Voakes entscheidet sich ein Einsatz von Tag zu Tag.

Während beim EHC in der vierten Sturmreihe nun die Youngster Tobias Eder, Maximilian Daubner und Jakob Mayenschein ranmüssen, kann Mannheim dort Ex-NHL-Star Marcel Goc und Nationalspieler Nicolas Krämmer aufbieten. Jackson lässt die fehlende Tiefe im Kader aber nicht gelten: "Ich werde mich darüber nicht beschweren", sagte er. "Wir haben genug Spieler, um zu gewinnen." Das sollte heute auch gelingen – sonst rückt der Thronsturz näher.    


 

 

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