Deggendorf Dementer Millionär ist tot - Zoff ums Erbe

Gestorben: Der Ex-Millionär Georg L. aus Deggendorf. Foto: Polizei

Georg L. war steinreich - und lange verschollen. Jetzt ist der 88-Jährige aus Deggendorf verstorben. Um seine Millionen ist ein Kampf entbrannt.

 

Deggendorf - Gut eineinhalb Jahre lang war der demenzkranke Millionär Georg L. aus Deggendorf verschwunden – und mit ihm sein Vermögen. Nun ist der 88-Jährige gestorben. „Er erlag am Dienstag den Folgen einer Lungenentzündung in einem Plattlinger Krankenhaus“, sagte der Rechtsanwalt der beiden Töchter, Volker Thieler.

2012 war L. plötzlich verschwunden - und mit ihm seine Freundin (78). Mitte 2013 tauchte L. plötzlich wieder in Zwiesel (Niederbayern) auf, jedoch in einem sehr schlechten Zustand - und pleite. Die Töchter stellten Strafanzeige, als sie von der Übertragung des Millionenvermögens und mehrerer Immobilien auf die Lebensgefährtin erfuhren. Das Landgericht Deggendorf setzte daraufhin einen unabhängigen Betreuer ein.

Die Töchter des Millionärs, der sein Geld mit Immobilien, Obst und Gemüse machte, gehen davon aus, dass seine Lebensgefährtin den dementen Mann abgeschirmt und mit Hilfe einer Vollmacht das Vermögen an sich gerissen hat. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall.

Der wohlhabende Rentner hatte vor Jahren umfangreiche Vollmachten auf seine Partnerin und deren Sohn übertragen.Der Millionär und die 76-Jährige waren seit etwa 30 Jahren ein Paar und lebten in dem Haus des Mannes in Deggendorf.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Freiheitsberaubung und Untreue gegen die Lebensgefährtin des Mannes. Die Frau steht unter dem Verdacht, den schwerreichen Mann gezielt abgeschirmt zu haben. Zudem hatte der Millionär vor Jahren umfangreiche Vollmachten auf seine Lebensgefährtin und deren Sohn übertragen.

 
Die Staatsanwaltschaft sieht Anhaltspunkte dafür, dass der ehemalige Unternehmer zu diesem Zeitpunkt die Tragweite seiner Verfügungen nicht mehr überblicken konnte. „Der Tod der Mannes beeinflusst die Ermittlungen nicht“, sagte Johann Duschl von der Staatsanwaltschaft Deggendorf am Donnerstag. Der Millionär sei aufgrund seiner Erkrankung ohnehin nicht vernehmungsfähig gewesen.
 

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