DAV-Jahrbuch Felsland: Die schönsten Bilder vom Karwendel

Wolkenkratzer: Der Karwendel-Hauptkamm ragt kantig in den Himmel. Im Vordergrund leuchtet die östliche Praxmarerkarspitze im Abendlicht. Foto: Heinz Zak

Der Alpenverein widmet sein aktuelles Jahrbuch dem Karwendel. Was das Gebiet in den Ostalpen auszeichnet – und welche Themen die Alpinisten außerdem bewegen.

 

Tirol/Bayern – Es ist Felsland. Schroff, schotterig – und schön. Es lädt ein, es lockt, aber es schenkt sich nicht her. Von weitem ist es bescheiden, aus der Nähe beeindruckend und tief drinnen bezaubernd. Das Karwendel, dieses wilde Gebirge zwischen Isar und Inn, es ist ein herrlicher Fleck, so friedvoll wie ungezähmt. Der Karwendel-Kalksteinzauber ist so besonders, dass der Deutsche Alpenverein (DAV) ihm in seinem aktuellen Jahrbuch einen Schwerpunkt gewidmet hat.

Die vier großen Ketten des Karwendel, die Almen, die Täler, sie sind beliebt bei Bergsportlern. Überlaufen sind sie nicht. Das liegt daran, dass sie nicht, wie viele andere Gebiete, übererschlossen sind. Nur eine Handvoll großer Gipfel ist über gepflegte Wege erreichbar. Die echten Höhen des Karwendel gehören Bergsteigern, die mit Geröllfeldern, kühnen Graten und wenig Wegführung auskommen. Gemütlichere Wanderer schauen sich die Pracht eher von weiter unten aus an. Wobei das ebenso reizvoll ist. Denn das Karwendel hat viele ruhige Ecken, an die zu gelangen es keiner hochalpinen Erfahrung bedarf – es langt ein wenig Ausdauer beim Gehen.

Den Ursprung der Isar entdecken

Wer sich Zeit lässt, sieht außerdem, dass das Karwendel gar nicht so karg ist, wie es die kernigen Gipfel vermuten lassen. Gerade in Senken und Almen finden sich viel Grün, über 3000 Tierarten und 340 Quellen. Auch die Isar hat ihren Ursprung im Karwendelgebirge.

Das Jahrbuch befasst sich außerdem mit den Hütten des DAV, die einen Sommer mit Besucherrekord hinter sich haben. Die Hütten sind beliebt. Neue sollen zwar nicht mehr her, aber wie saniert man den Bestand? Bilder dokumentieren die Hütten zwischen Denkmalpflege und moderner Architektur. Mehrere Artikel befassen sich mich bemerkenswerten Leistungen: mit historischen, wie den Anfängen des Freikletterns, und mit aktuellen, wie den Alpinismus-Highlights des vergangenen Jahres – etwa bei Wettbewerben, Expeditionen und atemberaubenden Kletterprojekten.

Das Buch spricht auch die Themen an, die Alpinisten Sorgen bereiten. Allem voran: der zunehmende Flächenfraß durch Bebauung in den Bergen. Dessen hat sich das Karwendel ja – zum Glück – bisher noch ganz gut erwehren können.

Das aktuelle DAV-Jahrbuch „Berg 2016“ gibt es für 18,90 Euro in den Alpenverein-Servicestellen sowie auf www.dav-shop.de.

 

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