Extremwetterlage Wetterdienst verschärft Warnung vor Starkregen in Bayern

, aktualisiert am 26.07.2017 - 19:55 Uhr
Im bayrischen Weßling sind die Straßen durch den Dauerregen überflutet. Foto: dpa

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Dauerregen und Unwettern im Großraum München. Bäche und Flüsse können über die Ufer treten. Am Nachmittag verschärfte der DWD die Warnung gar.

 

München - Warnung vor Extremwetterlage: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das Frühwarnsystem Katwarn haben eine Unwetterwarnung für München und die Region gemeldet. "Nach bisher beobachteten Niederschlagsmengen von 25 bis 45 l/m² tritt weiterhin ergiebiger Dauerregen mit wechselnder Intensität auf. Dabei werden nochmals Niederschlagsmengen zwischen 25 l/m² und 40 l/m² erwartet", schreibt der DWD auf seiner Homepage.

Unwetter und Dauerregen in München

Unwetterwarnungen der Stufe 3 und 4 hat der DWD für einen Gürtel in Deutschland ausgerufen, der im Nordosten von Rügen über Sachsen bis in weite Teile Bayerns reicht. Mit Unwettern im Freistaat wird in Franken (Würzburg, Nürnberg, Ansbach), in Oberbayern und im Allgäu gerechnet.

Das heißt: Auch die Region München und das Umland sind davon betroffen. Der DWD erwartet Dauerregen bis etwa 20 Uhr und Niederschlagsmengen von 25 bis 40 Litern pro Quadratmeter erwartet. Hinzu kommen erhebliche Windböen mit Geschwindigkeiten um 50 Kilometern pro Stunde.

Inzwischen wurde der Bahnverkehr zwischen München und Garmisch-Partenkirchen eingestellt. Der Abschnitt zwischen Eschenlohe und Oberau musste am späten Nachmittag gesperrt werden. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Warnstufe 4 für Rosenheim und Traunstein

Am Nachmittag verschärfte der Wetterdienst seine Warnung: In den Landkreisen Rosenheim und Traunstein wird extrem ergiebiger Dauerregen erwartet. Statt Warnstufe 3 gilt nun Warnstufe 4 (Warnung vor extremem Unwetter).

Die Warnung gilt bis Donnerstagmorgen um 3 Uhr.

Aufgrund der Wassermassen steigt der Pegel: In den Landkreisen Traunstein und Bayreuth wird Meldestufe 3 erwartet, dabei kann es zu Überschwemmungen kommen.


Für die rot eingezeichneten Bereiche hat der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung (Stufe 3) ausgesprochen. (Quelle: Screenshot DWD)

Extreme Unwetter mit Gesamtniederschlagsmengen von bis zu 120 Litern pro Quadratmeter werden im Oberallgau, in den Staulagen der Bayrischen und Chiemgauer Alpen erwartet. Überflutunge von Kellern und Straßen sind möglich.

Dauerregen hat den Freistaat im Griff

Bis Donnerstag soll der Regen bleiben, was gleichzeitig die Hochwasserlage verschärft - und er soll noch den Abend anhalten. Im Landkreis Coburg erreichte die Itz laut Hochwassernachrichtendienst die zweite von vier Meldestufen, in Bad Königshofen im Grabfeld stieg die fränkische Saale stark an und erreichte die erste Meldestufe.

In Stadt und Landkreis Bamberg hatte das Wasserwirtschaftsamt bereits am Dienstag vor möglichen Überschwemmungen durch die Itz und ihre Zuläufe gewarnt.

40 Liter Regen pro Quadratmeter in Bayern

Vor allem an den Alpen, im Vorland sowie am Bayerischen Wald seien bis in die Nacht zum Donnerstag hinein nochmals 20 bis 40 Liter Niederschlag je Quadratmeter möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst am Morgen mit. Hinzu kämen südlich der Donau Böen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometern, in höheren Lagen des Bayerischen Walds und der Alpen auch Sturmböen mit bis zu 90 Stundenkilometern.

Auch von Unterfranken bis zur Donau erwarteten die Meteorologen bis zum Abend Dauerregen mit bis zu 20 Litern Niederschlag je Quadratmeter. Die Temperaturen liegen zwischen 13 Grad an den Alpen und bis zu 21 Grad im Raum Aschaffenburg.

Besserung ist den Meteorologen zufolge erst zum Wochenende in Sicht: Nach schauerartigem Regen am Donnerstag soll es ab Freitag wieder trockener werden. Die Temperaturen steigen demnach auf 18 bis 24, am Samstag sogar auf bis zu 27 Grad.

Überflutung in Hildesheim

In einigen Landesteilen spitzt sich die Hochwasserlage weiter zu. Im niedersächsischen Hildesheim drohen seit Dienstagabend Überflutungen. Der Wasserstand des Flusses Innerste sei stark gestiegen, sagte ein Sprecher der Stadt. Sollte der bisherige Höchststand von sieben Metern überschritten werden, müsse ein Wohngebiet evakuiert werden. Davon wären laut Stadt 1100 Menschen betroffen. Eine Notunterkunft ist bereits eingerichtet.

In Wernigerode in Sachsen-Anhalt ist eine 69-jährige Frau nach Dauerregen in der Nähe eines Flusslaufes verschwunden. Die Polizei könne nicht ausschließen, dass sie in den stark angestiegenen Fluss gefallen ist.

 

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