Das sagen Polizei und KVR Nach dem ersten Halbjahr: Die ganze Statistik zu E-Scootern in München

E-Scooter gehören mittlwerweile zum öffentlichen Erscheinungsbild auch in München. Foto: Sina Schuldt/dpa

Gut sieben Monate sind E-Scooter nun auch in München auf den Straßen. In der AZ ziehen Polizei und KVR eine Zwischenbilanz.

 

München - Seit dem 15. Juni 2019 stromern sie durch die Republik: Die E-Scooter. Die neue Art der Fortbewegung polarisiert seitdem, auch in München mischen sich unter E-Scooter-Nutzer zahlreiche Nörgler.

Nach gut einem halben Jahr hat die AZ beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) und der Polizei nachgefragt: Wie sieht die Bilanz mit den E-Scootern aus?

Das KVR ist im Grunde zufrieden mit der Entwicklung. Sprecher Johannes Mayer: "Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Unternehmen. Der Austausch mit den Verleih-Anbietern läuft bisher gut, die Unternehmen reagieren auf unsere Vorgaben." Alle sieben Anbieter, die derzeit in München aktiv sind, haben die Freiwillige Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben.

KVR und E-Scooterverleiher stehen im Austausch

An dieser wird nun weiter gearbeitet. Ende Dezember trafen sich Stadt und E-Scooterverleiher im KVR. "Zu einzelnen Punkten wird derzeit an einer Weiterentwicklung der Selbstverpflichtungserklärung gearbeitet. Im ersten Quartal 2020 wird es einen weiteren Austausch mit den Anbietern geben", so Mayer. Eine Vergrößerung der E-Scooter im Innenstadtbereich sei aber "aus Gründen der Verkehrssicherheit" nicht möglich.

Derzeit dürfen innerhalb des Altstadtrings 100 E-Scooter je Anbieter bereitgestellt werden und innerhalb des Mittleren Rings maximal 1.000.

Auch registriert die Stadt bislang keine besonderen Auffälligkeiten bezüglich der "Stadtverschmutzung im öffentlichen Raum durch mutwillig beschädigte oder 'entsorgte' E-Scooter." Ein zweites Desaster wie mit den berühmt-berüchtigten O-Bikes droht bislang wohl nicht.

Polizei: 1.792 Suff-Fahrten auf E-Scootern

Die Verwaltung scheint also einigermaßen zufrieden zu sein. Die Münchner Polizei hingegen ist durch die E-Scooter durchaus schwer beschäftigt.

Auf AZ-Anfrage teilt das zuständige Präsidium in München die Unfallzahlen mit. Demnach gab es seit dem 15. Juni in Stadt und Landkreis München insgesamt 1.792 Anzeigen gegen E-Scooter-Fahrer wegen Suff-Fahrten. 921 davon hatten mehr als 1,1 Promille und begingen damit eine Straftat. Die anderen 871 Fahrer hatten zwischen 0,5 und 1,1 Promille (Ordnungswidrigkeit). 109 Suff-Fahrten konnten die Beamten rechtzeitig verhindern. Für E-Scooter gelten die selben Grenzen wie bei Autos.

89 Personen waren mit Drogen (88 Ordnungswidrigkeiten und eine Straftat) unterwegs und 14 mit Alkohol und Drogen (vier Ordnungswiedrigkeiten und zehn Straftaten).

Insgesamt gab es 100 Unfälle, davon 33 unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss. 68 Personen wurden dabei verletzt (63 leicht und 5 schwer).

Mit den Verstößen geht auch eine erhöhte Anzahl an eingezogenen Führerscheinen einher. 2019 kassierte das Amtsgericht München 1.157 Fahrerlaubnisse vorläufig ein. 2018 waren es nur 736: ein Anstieg von 57 Prozent.

Lesen Sie hier: E-Scooter-Unfälle führen oft zu Kopfverletzungen

 

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