Das sagen die Fanklubs Nach 1860 gegen 1. FC Nürnberg: Das Löwen-Beben

"Wir 1860-Fans sind derart leidgeprüft und waren trotzdem alle da. Da fällt mir nur eins ein: Einmal Löwe, immer Löwe!“ Foto: M.i.S. Foto: sampics

Das Spiel der Sechzger vor 68.500 Zuschauern in der Allianz Arena hat bewiesen, wie sehr der TSV 1860 die Stadt immer noch bewegt. „Wir kommen alle in den Himmel – die Hölle haben wir schon!“

 

München - „Überragende Atmosphäre und brutal geile Stimmung im Stadion!! Danke an euch! Noch ein Endspiel!!“ Das schrieb Siegtorschütze Daniel Adlung nach dem 2:1 des TSV 1860 gegen Nürnberg an die Fans. 68 500 Fans hatten am Sonntag den Weg in die Allianz Arena gefunden, um mit den Löwen zum 155-jährigen Vereinsjubiläum eine irre Geburtstagsparty zu feiern und so einen großen, einen wichtigen Schritt weg von dem Abgrund zur Drittklassigkeit zu tun.

Jetzt haben die Löwen es am Sonntag gegen Karlsruher SC in der Hand, in der Liga zu bleiben. Das Spiel hat bewiesen: die Löwen, sie sind noch wer in München, sie können die Massen mobilisieren, Emotionen heraufbeschwören. Münchens große Liebe, wie sich 1860 gerne nennt, war vielleicht erkaltet, aber die Liebe, sie ist nicht tot. Es war ein Löwen-Beben! Die AZ hat sich bei den Fanklubs umgehört.

Peter Kischel (Bodenseelöwen): „Wir waren mit einem 50-Mann-Bus in der Arena. Ich fahre seit 46 Jahren zu den Löwen und hätte gedacht, dass ich alles erlebt habe. Aber das? Nervenaufreibend ohne Ende! Mal waren wir 17., dann Letzter, am Schluss 15.. Und der Dr. Drees war zum Glück der zwölfte Mann. Die Stimmung? Sensationell. Wir Löwen-Fans sind derart leidgeprüft und waren trotzdem alle da. Da fällt mir nur eins ein: Einmal Löwe, immer Löwe!“

Mike Hutschenreuther (Freising Lerchenfeld e.V.): „Einfach geil! Bei uns ist eindeutig mehr los als beim anderen Verein in München – sagen selbst die Fans von der Säbener Straße. Ein Wellenbad der Gefühle, da wird man auf einen Schlag um zehn Jahre älter. Wir Löwen-Fans haben einen Vorteil: Wir kommen alle in den Himmel – die Hölle haben wir schon.“

Ernst Schmid (Ilmtal-Löwen Pfaffenhofen): „Ich stand öfter kurz vorm Herzinfarkt. Aber: Super war’s! Wie früher, als immer etwa 30 000 Zuschauer kamen. Man hat gesehen, was man alles bewegen könnte! 1860 als Absteiger? Unvorstellbar! Wir brauchen nicht zu diskutieren, wo so ein Traditionsverein spielen müsste. Das Vertrauen vieler Fans ist nicht mehr da, es ist viel kaputt gemacht worden. Ich hoffe, dass vieles umgekrempelt wird und einige Funktionäre gehen müssen.“

Thomas Ness (Mettenbacher Löwen): „Wenn es nach den Fans gehen würde, würden wir aufsteigen. Wenn da 40 000 schreien, wie am Sonntag, ist das überragend. Was ich aber nicht verstanden habe: Wie kann man ‘Scheiß FC Bayern’ schreien? Ich mag sie auch nicht, aber ohne sie wären wir unten in der Kreisliga oder wo auch immer. Da feuere ich doch lieber die Mannschaft an.“

Andreas Mielgo (Weiß-Blau Schwandorf-Oberpfalz): „Die Stimmung war super! Als dann der Marius Wolf eingewechselt wurde, hat er erstmal die Fans heiß gemacht – so einen brauchst du! Zum Glück gab es das Happyend. So haben wir auch im Bus bei der Heimfahrt mit lauten Fangesängen noch gefeiert.“

Harald Hau (Niederrhein Löwen Moers): „Ich war Fahnenträger der Region Nordrhein-Westfalen und muss sagen: Man kann nur Tränen in den Augen haben. Das war einer der heißesten Spiele überhaupt. Wildfremde Leute sind sich in den Armen gelegen und haben zusammen gefeiert. 2005, als die Allianz Arena eröffnet wurde, haben wir 3:2 gegen den Club gewonnen. Ein Jahrzehnt später hat sich das wiederholt.“

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Özcan Arikboga (TSV 1860 Tettau): „Ein absolutes Highlight, wenn die „Arroganz Arena“ bei uns fast ausverkauft ist. So eine sensationelle Stimmung müssten wir bei jedem Heimspiel haben. Ich bin selbst Fußballer: So eine Kulisse treibt jeden Spieler an, noch ein paar Prozent draufzulegen. Das ganze Stadion hat gebebt! Beim vermeintlichen 2:2 ist mir Herz in die Hose gerutscht. Danach war klar: Der Fußballgott ist blau!“

Alfred Obertimpfler (Sarner Löwen): „Das war das Höchste. Bessere Fans als die der Löwen gibt‘s keine. Wir brauchen Sechzig und die Mannschaft braucht uns. Wir waren beim 0:1 am Boden, haben dann gejubelt und mussten trotzdem zittern. Sind wir ja gewohnt.“

Jürgen Herdlitschka (Löwenfanclub Zusamtal): „Ich bin vom Löwen-Virus infiziert, fahre wirklich jedes Spiel nach München rein. Immer wieder, trotz der Scheiß-Leistung in der ganzen Saison. Diesmal war es bombastisch. Ich bin rauf und runter geschlichen wie ein Löwe im Käfig. Wenn sie es jetzt noch vergeigen, muss es wohl so sein.“

 

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