Das raten Experten Tipps und Tricks: Frühjahrsputz in Zeiten von Corona

Im Moment verbringen wir gezwungenermaßen viel Zeit zuhause – plötzlich fällt manchem auf, wie schmutzig alles ist. Foto: dpa

Wegen des Coronavirus' müssen wir momentan ohnehin zu Hause bleiben. Also warum die Tage nicht nutzen, um sauber zu machen? Das geht ganz einfach – mit ein paar Tricks und Hausmitteln.

 

Fenster putzen: Mit Alkohol und Zeitung

Eine große Mehrheit der Deutschen beginnt den Frühjahrsputz mit den Fenstern. Klar, viele greifen dafür zum Glasreiniger. Das muss aber nicht sein, es gibt auch Alternativen. Die Online-Vermittlungsplattform Helpling sagt: Grober Schmutz verschwindet genauso gut mit klarem Wasser.

"Geben Sie zum Nachpolieren einen Schuss Alkohol oder Spiritus in einen weiteren Eimer mit klarem Wasser. Der Alkohol sorgt dafür, dass das Wasser schneller, verdunstet wodurch keine Kalkablagerungen – auch bekannt als Schlieren – zurückbleiben." Zum Nachpolieren ist Zeitungspapier geeignet. "Es nimmt Wasser besonders gut auf – und Sie geben dem Altpapier einen zweiten Nutzen."

Boden putzen: Pures Wasser

Die Experten von Helpling teilen mit: "Bodenreiniger verwenden wir häufig viel zu überdosiert." Die Folge: Schlieren. "Wenn Sie auf dem Sommerfrische-Geruch verzichten können, reicht auch pures Wasser zum Wischen."

Wer Tiere oder kleine Kinder im Haushalt hat, der kann auch einen Tropfen Essig dazugeben. "Dieser wirkt desinfizierend und geruchsneutralisierend." Helpling rät zudem: "Achten Sie bei Echtholzböden zudem darauf, dass Ihr Wischmopp nur nebelfeucht ist. Ansonsten können die Böden aufquellen.

Edelstahl reinigen: Mit Zitrone

Lange hat man die Wasserflecken auf dem Wasserhahn oder dem Duschkopf toleriert, jetzt zum Frühjahrsputz sollen sie aber endgültig verschwinden. Und zwar so: mit Zitronensäure! Wasserflecken sind laut den Experten von Helpling nichts anderes als Kalkrückstände.

"Reiben Sie mit einer aufgeschnittenen Zitrone über Wasserhahn, Duschkopf und so weiter und spülen Sie alles mit Wasser ab." Das Nachtrocknen ist wichtig, damit keine neuen Flecken entstehen.

Fliesen reinigen: Backpulver und Essig

Auch wenn auf den Fliesen vielleicht nicht unbedingt Schmutz zu sehen ist, befinden sich dort Rückstände, etwa von Haarspray oder Seife. "Wenige Tropfen Essig auf einem feuchten Tuch verbunden mit etwas Muskelkraft reichen, um die Rückstände zu lösen", heißt es von Helpling.

Für die Fugen gilt: "Vermischen Sie ein Päckchen Backpulver mit Wasser, sodass eine streichfähige Masse entsteht. Tragen Sie diese auf die Fugen auf und lassen es eine Stunde einwirken. Anschließend mit klarem Wasser abwischen."

Mit Gallseife und Geduld an die Abzugshaube 

"Verabschieden Sie sich ein für allemal vom Fettfilm auf Ihrer Abzugshaube – und das ohne hartnäckige Chemiekeulen", sagen die Experten von Helpling. So geht es: "Geben Sie ein paar Tropfen Gallseife auf einen feuchten Schwamm und erzeugen Sie Schaum, indem Sie den Schwamm kurz zusammendrücken."

Dann soll man den Schaum großzügig auf dem Edelstahl verteilen und eine Stunde einwirken lassen. "Da die Seife die Fettmoleküle aufspaltet, können Sie die Ablagerungen später leicht mit einem feuchten Tuch entfernen. Danach alles trocken polieren."

Backofen putzen: Salz und Kupfertuch

Krusten von ausgelaufenem Käse, Eingebranntes, Fettspritzer: Wir muten unserem Ofen über die Monate ziemlich viel zu. So geht der Schmutz wieder weg: "Streuen Sie großzügig Salz auf die Verkrustungen und erhitzen den Ofen auf 50 Grad. Anschließend können Sie ihn mit einem feuchten Baumwolltuch auswischen", so der Helpling-Tipp.

Ein zweiter Rat: "Benutzen Sie ein Kupfertuch zur Entfernung von Eingebranntem." Es schmirgele Schmutz weg, hinterlasse aber keine Kratzer, da das Kupfer weicher als die Ofen-Beschichtung sei. Es kann gewaschen und wiederverwendet werden.

Saubere Mikrowelle? Mit Wasser und Zitrone

In der Mikrowelle bleiben so manche Essensreste liegen oder auch Spritzer von Soßen und Suppen. Der Tipp zum Reinigen: "Stellen Sie ein Glas Wasser vermischt mit dem Saft einer Zitrone für fünf Minuten auf höchster Stufe in die Mikrowelle."

Dadurch verdampft das Zitronenwasser und die Säure weiche Fettablagerungen und Schmutz auf. Anschließend lediglich mit einem feuchten Tuch nachwischen, so Helpling.

Gardinen waschen: Natron hilft

Nach den Fenstern sind auch die Gardinen dran. "Natron, auch bekannt als Backpulver, ist hier die beste Allzweckwaffe", teilt Helpling mit. "Geben Sie pro Gardine ein Päckchen davon in eine Schüssel mit kaltem Wasser und lassen die Vorhänge über Nacht darin einweichen."

Anschließend sollte man sie im Schonwaschprogramm mit geringer Schleuderzahl waschen. "Hängen Sie die Gardinen noch feucht auf, das erspart Ihnen das Bügeln des feinen Stoffes."

Was in der Corona-Krise jetzt noch wichtiger ist

Im Moment verbringen wir gezwungenermaßen viel Zeit zuhause – plötzlich fällt manchem auf, wie schmutzig alles ist. Es ist höchste Zeit für einen gründlichen Frühjahrsputz. Doch wieso pflegen wir eigentlich den Brauch des Frühjahrsputzes? Und was ist dieses Jahr noch wichtiger als sonst? Ein Überblick...

  • Sinn: "Ein sauberes Heim ist immer wichtig, für Allergiker und abwehrgeschwächte Personen sowieso, aber auch für Gesunde", sagt Heinz-Jörn Moriske vom Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau. An den Staub können sich seinen Angaben nach Giftstoffe und Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien heften. Wegen der Corona-Pandemie sei es zurzeit besonders wichtig, Türgriffe und häufig angefasste Oberflächen regelmäßig abzuwischen und täglich zu lüften. "Es ist ein Irrglaube zu meinen, dass man beim Lüften etwa Viren von außen in die Wohnung trüge, im Gegenteil, das Lüften hilft, eventuell beim Niesen freigewordene Viren gleich nach draußen abzutransportieren, bevor sich andere im Haushalt anstecken", sagt der Umwelthygieniker.
     
  • Brauch: Das große Reinemachen nach dem Winter hat nach Angaben der Autorin Linda Thomas eine lange Tradition in vielen Kulturen. Bei den Juden und den Christen sei dies vor dem Osterfest ein Symbol des Neuanfangs. "Die Chinesen pflegen aber auch seit Jahrtausenden ihre Häuser im Frühling gründlich zu putzen, um es von den Dämonen, die im Staub leben, zu befreien", sagt Thomas, die mehrere Bücher übers Putzen geschrieben hat. Auch heute verspürten noch viele in den ersten sonnigen Tagen diesen Impuls. "Entrümpeln, Aufräumen und Putzen sind altbewährte Mittel, um auch innerlich wieder ins Lot zu kommen."
     
  • (Technische) Helfer: Vier Prozent der deutschen Haushalte ließen im vergangenen Jahr bereits ihre Böden von intelligenten Robotern saugen, wie eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab. Im Jahr zuvor waren es noch zwei Prozent. Auch die Ausgaben für Putz- und Reinigungsmittel stiegen im vergangenen Jahr nach Angaben des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK leicht auf im Schnitt rund 34,18 Euro. Wie im Vorjahr waren die größten Umsätze in den ersten drei Monaten zu verzeichnen. Ob ein Zusammenhang mit dem Frühjahrsputz besteht, können die Experten allerdings nicht sagen.
     
  • Unsinn: Wegen der Corona-Pandemie muss niemand aus hygienischen Gründen in Putzwahn verfallen. "Die ganze Wohnung regelmäßig und flächendeckend mit Desinfektionsmitteln zu reinigen, ist auch bei der aktuellen Corona-Diskussion nicht erforderlich, ja sogar schädlich für Mensch und Umwelt", sagt Umweltbundesamt-Experte Moriske.

Lesen Sie hier: Fünf Hygienefehler im Bad, die leicht zu vermeiden sind

 

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