"Das fehlt mir" TSV 1860: Neu-Löwe Erdmann vermisst das Biertrinken mit Teamkollegen

Dennis Erdmann, damals noch beim 1. FC Magdeburg, feiert den Aufstieg in die 3. Liga. Natürlich mit Bier. Foto: imago/Jan Huebner

Dennis Erdmann, Neuzugang des TSV 1860, ist ein Fußballprofi der eigenen Sorte. In einem Interview spricht er über Bierdurst, kritisiert weichgespülte Fußballer aus Nachwuchsleistungszentren und erklärt, warum er nie für einen "aufgeputschte Retortenverein" auflaufen könnte.

 

München - 1860-Trainer Daniel Bierofka scheint es derzeit in der Hand zu haben, ob Neulöwe Dennis Erdmann seine Karriere als Fußballprofi beenden muss. "Ich will ein ganz normales Leben führen wie jeder andere Arbeiter auch. Da gehört es dazu, ab und an ein Bierchen zu trinken", erklärte der 28-jährige Neuzugang der Sechzger in einem Interview mit "Spox": "Wenn ich das nicht mehr darf, höre ich mit dem Profifußball auf."

Dennis Erdmann: NLZ-Spielern fehlt Mentalität

Bisher habe leider noch kein 1860-Profi gefragt, mit Charakterkopf Erdmann mal ein kühles Blondes zu sich zu nehmen – eine Beschäftigung, die der knallharte Verteidiger in seiner Zeit in der 10. Liga beim SV Blau-Weiß Kerpen zu schätzen gewusst habe.

"Es war schön, mit meinen Freunden zusammen zu spielen und nach dem Training ein paar Bierchen mit ihnen zu trinken", erklärt Erdmann über die bei niederklassigen Klubs traditionellen Mannschaftssitzungen im Anschluss an die Übungseinheiten: "Das fehlt mir."

Den extrovertierten Fußballprofi störe, dass der Nachwuchs heutzutage weichgespült und gleichgeschaltet aus den Nachwuchsleistungszentren käme. "Im Fußball geht es nicht nur um den Fuß und den Ball, sondern vor allem um Mentalität, Leidenschaft, Kampf und Wille", erklärt Erdmann seine Auffassung des Fußballs: "Diese Grundlagen gehen in den Nachwuchsleistungszentren verloren. Alle deutschen Nachwuchsspieler können ganz toll passen und dribbeln, aber sie haben keine Mentalität."

Erdmann: Hang zu Traditionsvereinen wie dem TSV 1860

Daher solle man "den Fußball dort lernen, wo er herkommt: auf den Ascheplätzen der Kreisligavereine. Da geht es nicht um Ruhm oder Geld, sondern um Spaß." In den Ausbildungsstätten, wie sie auch 1860 hat, würden die Kinder dagegen sagen: "Ich spiele nicht auf Asche, sondern nur auf Rasen – und der ist übrigens zu hoch und muss noch ein bisschen geschnitten werden."

Stolz verspüre der gebürtige Frechener, nacheinander für die drei polarisierenden Ost-Klubs Hansa Rostock, Dynamo Dresden und 1. FC Magdeburg gespielt zu haben. Auch der TSV 1860 sei - trotz NLZ - ein Klub ganz nach dem Gusto des Rheinländers: "Ich spiele nur für Traditionsvereine und nicht für aufgeputschte Retortenvereine mit 200 Fans."

Löwen-Profi outet sich als Fan des 1. FC Köln

Für einen Klub würde Erdmann allerdings mehr oder minder ohne Gehalt auflaufen: "Für den 1. FC Köln würde ich definitiv gratis spielen – oder vielleicht für einen Kasten Bier. Ich bin Kölner und liebe den Effzeh. Meine Eltern sind schon zum Effzeh gegangenen, als ich noch gar nicht auf der Welt war. Wenn ich da nicht Fan geworden wäre, hätte es Ärger gegeben."

Ob es anhand der markigen Aussagen Erdmanns Ärger von Löwen-Coach Bierofka gibt? Möglich – doch die Fußballschuhe wird Sechzigs Neuzugang voraussichtlich trotz seiner eigenwilligen Einstellung weiter schnüren dürfen.

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