Das Beste zum Schluss Eishockey-WM: Ehelechner macht den Gegner-Check

Gemeinsam ins Viertelfinale? Auf das deutsche Team wartet bei der WM in der Slowakei eine schwere Gruppe. Foto: dpa, Montage: AZ

Die Eishockey-Nationalmannschaft startet mit hohen Erwartungen in die WM. Doch schon die Gruppe wird hart. "Es ist einiges drin", meint Experte Patrick Ehelechner. Er checkt die deutschen Gegner.

 

Bratislava/Košice - Wenn ab Freitag in der Slowakei der erneute Kampf um die Eishockey-Krone beginnt, dann will die deutsche Nationalmannschaft mittendrein sein. Einiges spricht dafür, dass das Team von Toni Söderholm diesmal mehr ist als nur Statist. Dem einstigen Münchner Co-Trainer und jetzigem National-Coach steht der wohl beste Kader seit langem zur Verfügung.

Unter den 25 WM-Fahrern sind neben den NHL-Stars Leon Draisaitl und Dominik Kahun auch vier Profis des Vizemeisters EHC Red Bull München: Yannic Seidenberg, Patrick Hager, Yasin Ehliz und Frank Mauer. Der einstige DEL-Torwart und TV-Experte Patrick Ehelechner traut dem Quartett eine tragende Rolle zu. "Die vier Münchner verfügen über eine enorme Erfahrung: Olympia-Finale, DEL-Finals, Champions-League-Finale – das ist unbezahlbar."

TV-Experte Patrick Ehelechner macht Gegner-Check

Trotz der neuen Kader-Stärke warten in der WM-Gruppe A in Kosice aber harte Brocken auf den Olympiasilber-Gewinner. Ziel im Achterfeld ist Platz vier, der nicht nur zum Viertelfinale berechtigen, sondern auch die sichere Olympia-Teilnahme 2022 bedeuten würde. Für die AZ checkt Ehelechner das deutsche Team samt Gruppen-Gegner. Seine Erkenntnis: Das Beste kommt zum Schluss.

Deutschland: "Für das Team ist einiges drin", meint Ehelechner, "so einen starken Kader hatten wir noch nie bei einer WM. Vor allem ist mit Draisaitl einer der fünf besten NHL-Spieler in unseren Reihen. Kahun darf man auch nicht vergessen." Trotzdem warnt der Experte: "Man sollte nicht den Fehler machen und die ganze Last auf den NHL-Profis abladen!" Aber auch so verfüge der junge Kader über viel Potenzial. Prognose: Gruppenplatz 3

Großbritannien (Samstag, 16.15 Uhr): "Sie sind für mich der Abstiegskandidat Nummer eins in dieser Gruppe", sagt Ehelechner über den Underdog. "Von den Spielern kennt man vielleicht noch Joseph Lewis, der beim ESV Kaufbeuren spielt, aber dann wird es auch schon dünn." Unterschätzen dürfe man die Briten aber nicht, meint Ehelechner, "denn vor ein paar Jahren waren wir auch noch wie Großbritannien". Gruppenplatz 8

Dänemark (Sonntag, 16.15 Uhr): "Gegen die tut sich Deutschland immer verdammt schwer", weiß Ehelechner: "Es ist auf jeden Fall ein Team, das mit uns auf Augenhöhe ist und vom Kader her ähnlich zusammengestellt ist. Auch wenn sie keinen Draisaitl im Team haben, machen sie viel durch ihre Kompaktheit wett. Ihre Spielweise ist einfach unangenehm." Gruppenplatz 6

Frankreich (Dienstag, 14. Mai, 20.15): "Wenn Deutschland ins Viertelfinale will, muss es Frankreich auf jeden Fall schlagen", sagt Ehelechner: "Die Franzosen haben gute Spieler, aber fürchten muss Deutschland da keinen. Einzig den einstigen Münchner Torwart Florian Hardy (in der Saison 2014/15 beim EHC Red Bull, Anm. d. Red.) dürften noch ein paar kennen." Gruppenplatz 7

Slowakei (Mittwoch, 15. Mai, 20.15): "Die Heim-WM ist für die Slowaken etwas ganz Besonderes", sagt Ehelechner. "Dafür kommen auch einige Stars aus der NHL: Tomás Tatar aus Montreal, Richard Pánik aus Arizona, Erik Cernák von Tampa Bay. Dazu das Heimpublikum – das sind ja nicht nur die Leute im Stadion, da ist ja die ganze Nation euphorisiert. Die Slowakei ist ein Eishockeyland. Das kann schon beflügeln", meint der Rosenheimer: "Die werden eine harte Nuss." Gruppenplatz 5

Ehelechner: Kanada belegt 1. Gruppenplatz

Kanada (Samstag, 18. Mai, 16.15 Uhr): "Am Anfang der Gruppenphase müssen die Punkte her", erklärt Ehelechner, denn ab Kanada wird es schwierig. "Es ist eben immer noch Kanada", sagt der Ex-Goalie: "Die kommen mit der B- oder C-Mannschaft und es ist trotzdem ein überragendes Team mit Spielern wie John Tavares aus Toronto oder Mark Stone von den Vegas Golden Knights. Sie haben einen perfekten Mix aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten." Gruppenplatz 1

USA (Sonntag, 19. Mai, 16.15 Uhr): "Die USA ist immer ein Top-Team, aber Finnland und Kanada sind stärker", glaubt Ehelechner. "Trotz guter Spieler haben sie bei Welt-Turnieren selten überzeugt. Gut für sie ist, dass viele Top-Teams in der NHL früh ausgeschieden sind, da haben sie jetzt Spieler im Team wie Patrick Kane (Chicago) oder Johnny Gaudreau (Calgary). Dafür ist die Torhüter-Position dünn besetzt." Gruppenplatz: 4

Finnland (Dienstag, 21. Mai, 12.15 Uhr): Auf einen Spieler freut sich Ehelechner ganz besonders: den 18-jährigen Kaapo Kakko von TPS Turku. "Der Name klingt spannend", sagt der Experte, "aber er gilt als einer der kommenden Topstars und steht damit stellvertretend für das überragende finnische Team mit jungen, talentierten Spielern. Für mich sind sie das Nonplusultra im europäischen Eishockey." Gruppenplatz: 2

 

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