Das bedeuten die Buchstaben Nutri-Score: Mit diesem Zeichen erkennen Sie Dickmacher

Unter anderem auf Danone-Produkten zu finden: Der Nutri-Score. Foto: Danone

Einige der großen Lebensmittelhersteller kennzeichnen jetzt Produkte mit einem neuen Symbol – der Nutri-Score hilft, Dickmacher zu erkennen. Aber was bedeuten die Buchstaben?

 

Tausende Produkte sind heutzutage im Schlaraffenland Supermarkt erhältlich. Manche davon sind gesund, andere sollten lieber selten gegessen werden. Weil Verbraucher sich schwer tun, Dickmacher zu erkennen, ringt die Politik schon lang um eine Lösung zur Kennzeichnung.

Jetzt legen drei der Branchengrößen vor: Danone, Iglo und Bofrost bringen – auf freiwilliger Basis – ein Farb-Logo namens Nutri-Score in die deutschen Kühlregale. Entwickelt in Frankkreich, lässt es auf einer Skala von A bis E erkennen, welchen Nährwert das jeweilige Produkt hat. Vereinfacht gesagt: Ob es dick macht oder nicht.

Nutri-Score: Buchstaben A bis E stehen für die Nährwert-Bilanz

"A" steht dabei für die günstigste Bilanz, "E" für die ungünstigste. Dafür werden die negativen Bestandteile des Produkts gegen die positiven aufgewogen: der Gehalt an Kalorien, Zucker, Fett und Salz auf der einen Seite und Ballaststoffe, Proteine, Früchte oder Gemüse auf der anderen Seite.

"Die Lebensmittelindustrie hat jahrelang gegen ein Ampelsystem angekämpft", sagte Stefan Stohl von Danone am Montag bei der Vorstellung des neuen Kennzeichens. Dabei zeigten Marktforschungen, dass Verbraucher eine einfache Orientierung wünschten, um am Supermarktregal schneller entscheiden zu können.

Dazu kommt: "Die qualitätsbewussten Esser setzen sich langsam durch", sagt Christoph Klotter, Ernährungspsychologe von der Hochschule Fulda. "Die Discounter beispielsweise haben schon umgestellt und machen den meisten Umsatz mit Bio-Produkten."

Nutri-Score kommt aus Frankreich

Gut möglich, dass Danone und Co. nun ebenfalls von ernährungsbewussten Verbrauchern profitieren können – die dann lieber zu den als gesund eingestuften Produkten greifen als zu denen der Konkurrenz.

Das "Nutri-Score"-System ist in Frankreich entwickelt worden und dort schon seit 2017 auf freiwilliger Basis im Einsatz. Danone war von Anfang an dabei – noch gibt es laut Danone allerdings keine aktuellen Zahlen, in wie weit die Kennzeichnung die Verbraucher beim Kauf beeinflusst hat.

Seit März gibt es auch Nutri-Score in Münchner Supermärkten

In Deutschland sollen jetzt nach und nach alle Danone-Milchprodukte gekennzeichnet werden. Die ersten "Fruchtzwerge" mit "Nutri-Score" liegen seit März auch in Münchens Supermarktregalen. Bei der deutschen Lebensmittelwirtschaft hält sich die Begeisterung in Grenzen. Durch Ampelfarben werde automatisch eine subjektive Bewertung vorgenommen, moniert der Spitzenverband BLL.

Die Verbraucherzentralen (VZ) hingegen befürworten das System. "Es ist weltweit unbestritten, dass zum Beispiel Übergewicht oder Diabetes große Probleme sind", sagt etwa Silke Schwartau, Ernährungsexpertin der VZ Hamburg. "Diese Kennzeichnung ist daher ein Schritt in die richtige Richtung."

Zwar bedeute ein guter "Nutri-Score" nicht automatisch "gesund" – "dafür sind die Inhaltsstoffe oder auch Verarbeitungsmethoden entscheidend, diese finden sich teilweise auf der Rückseite der Verpackung", so Schwartau. Die Kennzeichnung gebe jedoch immerhin Anhaltspunkte zum Nährstoffgehalt.

 

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