Darmkrebs-Vorsorge Paul Breitner: Männer, geht zur Vorsorge!

Paul und Hildegard Breitner engagieren sich für eine regelmäßige Darmkrebs-Vorsorge. Foto: Sigi Müller

Der Ex-Bayernstar Paul Breitner und seine Frau Hildegard machen sich für die Darmspiegelung stark. Bei Breitner konnte durch die Vorsorge-Untersuchung bereits ein Krebsgeschwür verhindert werden.

 

München„Typisch Mann, typisch blöd!“ Paul Breitner (62) war schon immer ein Freund der klaren Worte. Da macht der Fußball-Weltmeister von 1974 auch beim Thema Darmkrebs keine Ausnahme.

Warum er so hart mit seinem Geschlecht ins Gericht geht? Weil Darmkrebs (nach Lungenkrebs) die Krebsart ist, die am zweithäufigsten zum Tod führt – „und weil wir Männer kein Gespür dafür haben, dass es auch unangenehme Themen gibt, über die man reden muss“, sagt Breitner.

Und weil nur drei Prozent der anspruchsberechtigten Männer (ab 55 Jahre) eine Darmspiegelung machen lassen. Viel zu wenig. Dabei ließe sich dieser Krebs meist heilen, wenn er früh erkannt wird.

Breitner und seine Frau Hildegard appellieren an beide Geschlechter: „Wer seinen Partner liebt, schickt ihn zur Darmkrebsvorsorge!“

Beide wissen, wovon sie reden. Breitner hat die Prozedur der Darmspiegelung bereits vier Mal hinter sich gebracht. Ehefrau Hildegard (64) sogar schon neun Mal.

„Wie wichtig die Vorsorge ist, hat Paul Breitner erst vor ein paar Wochen erfahren. Bei der letzten Spiegelung fanden sich Polypen, die sofort entfernt werden konnten: „Deswegen werde ich bereits in drei Jahren wieder zur Spiegelung gehen.“

In Breitners Familie gibt es drei Fälle von tödlichen Nierenkrebs-Fällen. Seinem Vater wurde 1961 eine Niere entfernt. Das hat ihn nachdenklich gemacht.

Auch Stiftungschefin Christa Maar ist eine Betroffene. Sie hat ihren Sohn 2001 an den Darmkrebs verloren. Felix Burda wurde nur 33 Jahre alt. Ein vermeidbarer Tod, wie Christa Maar heute weiß. Eine Darmspiegelung mit 25 – und er würde wohl noch leben.

Ein familiär oder erblich nicht vorbelasteter Mensch sollte mit spätestens 50 Jahren eine Darmspiegelung, zumindest aber einen Stuhltest machen lassen. Und zwar auch, wenn es keinerlei Beschwerden gibt.

Angst vor der Prozedur? Unangebracht. 20 schmerzfreie Minuten, wenn gewünscht unter Narkose, mehr braucht es nicht, um den Dickdarm mit dem flexiblen Endoskop auszuleuchten und eventuelle Polypen zu entfernen.

Gut, die vor der Spiegelung einzunehmende Trinklösung ist nicht eben Champagner, schmeckt dafür nicht unangenehm ein bisschen nach Orange. Das hat der Selbstversuch ergeben.

 

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