Contra vom Präsidenten TSV 1860: Nach Bierofkas Spitze - Reisinger nimmt den Trainer in die Pflicht

Sind nicht immer einer Meinung: 1860-Präsident Robert Reisinger (links) und 1860-Trainer Daniel Bierofka. Foto: imago/MIS

Der TSV 1860 hat - wenn auch auf den letzten Drücker - den Abstieg aus der 3. Liga verhindert. Ruhe kehrt dennoch nicht ein bei den Löwen: Präsident Reisinger reagiert auf eine Spitze von Trainer Bierofka.

 

München - Daniel Bierofka hat einfach nicht stillhalten können, obwohl er sich selbst an höher gesteckten Zielen messen lassen muss: Nach dem 3:2 gegen Fortuna Köln ist der Abstieg aus der 3. Liga zwar kein Thema mehr, aber das vor der Saison vom Trainer ausgegebene Ziel "in der Liga Fuß fassen" zu wollen, haben die Sechzger durch den Sturzflug der vergangenen Wochen nicht wirklich erreicht.

Und doch ging der 40-Jährige in die Offensive, macht sich mit Blick auf die neue Spielzeit so seine Sorgen. "Was die allgemeine Situation betrifft, hoffe ich trotzdem, dass alle in diesem Verein mal aufwachen. Sonst spiele ich nächste Saison mit einem Innenverteidiger", sagte der einstige Bundesligaprofi und meinte wohl den durch den e.V. vorgegebenen Konsolidierungskurs von Oberlöwe Robert Reisinger. Und schob gleich noch eine Spitze nach: "Das ist ein bisschen schwierig, denn dafür gibt es kein System."

Reisinger contra Bierofka: "Niemand schläft"

Hintergrund: Reisingers radikaler Sparkurs ohne neue Ismaik-Darlehen für die kommende Saison sieht eine Kürzung des Etats von 4,5 Millionen Euro auf rund drei Millionen Euro vor.

Der Löwen-Boss reagierte nun auf die Spitze des Trainers, wie die "tz" berichtet. Er könne versichern, "dass im Verein niemand schläft", redete der 55-Jährige dabei gleich Tacheles. "Der sogenannte Konsolidierungskurs ist keine Marotte des Präsidiums, sondern der außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Situation geschuldet, in der sich das Unternehmen befindet. Der TSV 1860 hat – speziell in der Abstiegssaison aus der 2. Liga – einen Schuldenberg angehäuft, der nicht wegzudiskutieren ist. Ein harter Schnitt ist unumgänglich."

Reisingers Plan: das Kapital erhöhen und den Weg frei machen für den Einstieg eines weiteren Gesellschafters. Das kann nicht im Sinne Hasan Ismaiks sein - der Investor seinerseits baut darauf, dass Reisinger bei der Präsidiumswahl am 30. Juni eine Pleite erlebt und dann Saki Stimoniaris den e.V. anführt.

Reisinger nimmt Bierofka in die Pflicht

Er könne des Trainers Wunsch nach größerem Handlungsspielraum aus dessen "subjektiven Binnenperspektive" heraus verstehen, so Reisinger. Aber: "Die Gesellschafter müssen [...] zusehen, dass das Unternehmen Profifußball bei 1860 auch über diesen Zeitraum hinaus eine Perspektive hat. Wir sind im Verein dabei für vieles offen, schließen nur eines definitiv aus: neue Risikokredite aus der Hand unseres Mitgesellschafters."

Reisinger sagt durch die Blume, Sechzig müsse das Saisonziel entsprechend herunterschrauben, dreht den Spieß um und nimmt Daniel Bierofka in die Pflicht: "Es ist sehr viel schwieriger mit einem kleinen Budget zu arbeiten, das steht außer Frage, aber es ist nicht unmöglich. Die sportliche Erwartungshaltung ist entsprechend anzupassen. Aus einem schmalen sportlichen Etat kann keine Überfliegermannschaft finanziert werden. Das erwartet aber auch kaum ein Fan."

Zur Erinnerung: Auch der fünfthöchste Etat der 3. Liga hat nicht vermeiden können, dass die Sechzger am Ende noch einmal ins Schwitzen kamen und Abstiegskampf pur erlebten.

Lesen Sie hier: Hachings Geheimplan mit dem TSV 1860

 

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