CLUB Aus der Traum!

Da war es schon amtlich: Nach dem Tor von Robert Lewandowski, der Javier Pinola und Raphael Schäfer düpierte, war der BVB Meister und der Club nicht in Europa. Foto: Schatz

DORTMUND Nur noch zwei Spiele, aber fünf Punkte Rückstand auf die fünftplatzierten Mainzer: Nüchtern betrachtet müssen die Cluberer nach dem 0:2 beim neuen deutschen Meister Borussia Dortmund ihren Traum von der Teilnahme an der Europa League begraben. Während am Samstag im ehemaligen Westfalenstadion Jubel, Trubel, Heiterkeit in gelb-schwarz angesagt war, spricht FCN-Trainer Dieter Hecking nurmehr von einer „theoretischen Chance“. Schade. Europa ade.

 

"Wir würden lieber selbst feiern"


Titel-Party in Dortmund, „ein bisschen Enttäuschung“, gesteht Abwehrhüne Philipp Wollscheid, beim Club. „Wir würden lieber selbst feiern“, hadert der 22-Jährige mit der bitteren Niederlage. Er, der den Europa-K.o. unfreiwillig und kurios mit zwei verpatzten Befreiungsschlägen eingeleitet hatte. Dabei hatten Wollscheid & Co. die Borussia in der ersten halben Stunde gut im Griff. „Wir haben gemerkt, dass die etwas Angst hatten“, sagt Christian Eigler. „Nach dem 0:1 sind wir leider aus dem Tritt gekommen.“
Andreas Wolf, der sogar die Club-Führung auf dem Schlappen hatte, gesteht: „Da ist die Linie verloren gegangen.“ Beleg: Javier Pinola ließ sich von Robert Lewandowski vernaschen „und zwei Tore holst du gegen einen so starken Gegner leider nicht so einfach auf“, erklärt Almog Cohen. Leicht geknickt sagt der kampfstarke Israeli: „Europa wäre eine fantastische Belohnung gewesen.“
Kopf hoch! Diese Saison, das letzte Heimspiel gegen Hoffenheim und der Showdown in Hannover schon einbezogen, muss am Erreichten gemessen werden. Und nicht an der noch im vergangenen August illusorischen und nun wohl verpassten Chance auf Europa. Dass der Club quasi zu keinem Zeitpunkt ernsthaft im Abstiegssumpf steckte, die mit Talenten gespickte Mannschaft die positive Entwicklung mit einem Höhenflug in ungeahnte Gefilde genommen hat, verdient größten Respekt.

Träumen ist ja nicht verboten


„Jeder sollte stolz sein, was er geleistet hat“, sagt denn auch Käpt’n Wolf und ist überzeugt: „Die Verantwortlichen werden schon dafür sorgen, dass wir auch für nächste Saison eine schlagkräftige Truppe bekommen.“ WIR? Also mit Wolf, dessen Vertragsverlängerung weiterhin ungelöst ist. „Wir“, erklärt der 28-Jährige Innenverteidiger, „weil ich immer noch Teil der Mannschaft bin. Es gibt noch keine Entscheidung.“
Manager Martin Bader, der Wolfs Fixgehalt deutlich reduziert sehen will, bestätigt dies, rückt aber das aktuelle Geschehen in den Vordergrund: „So lange die Möglichkeit auf das Bestmögliche, also Platz fünf, besteht, werden wir alles geben. Ob das realistisch ist, bleibt abzuwarten. Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich geringer geworden.“ Träumen ist ja nicht verboten.

 

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