"Chemo hilft nichts mehr" Diagnose Brustkrebs: So tapfer ist Hendrikje Fitz

Lässt sich nicht unterkriegen: Hendrikje Fitz beim Adventsdinner im Bayerischen Hof. Foto: imago

Die Schauspielerin Hendrikje Fitz („In aller Freundschaft“) ist unheilbar krank. Trotzdem will sich die 54-Jährige nicht verstecken, sondern die Zeit genießen, die ihr noch bleibt.

München - Hendrikje Fitz (54), Hauptdarstellerin der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ hat im September eine traurige Diagnose erhalten: Brustkrebs, unheilbar! Am Rande des Adventsdinners von ARD-Programmdirektor Volker Herres (siehe unten) erzählt sie von ihrer Krankheit und ihrem Kampf.

AZ: Frau Fitz, wie gehen Sie mit der Diagnose um?

Hendrikje Fitz: Ich habe es trotz eines anfänglichen Schocks gut annehmen können. Ich empfinde 2015 trotzdem als Superjahr, auch wenn ich seit September weiß, dass ich an einer palliativen Krankheit leide. Mein Onkologe hat mir erklärt, dass ich nicht mehr zu heilen bin. Leider kann er mir nicht sagen, ob ich noch für zehn Wochen oder zehn Jahre planen kann. Dementsprechend intensiv genieße ich das Leben im Hier und Jetzt. Ich will mich nicht verstecken, sondern weiter am Leben teilnehmen.

Machen Sie Chemotherapie?

Chemo hilft nichts mehr, ich habe zu viele Metastasen im Kopf. Es ist eine letzte große Aufgabe, die mir das Leben stellt, dass ich mit diesen Eumeln im Kopf in Symbiose lebe. Das Ende kann ganz schnell kommen, aber vielleicht auch erst in zehn Jahren. Ich habe meinen Frieden mit der Situation gemacht.

Was hilft Ihnen in dieser schweren Zeit?

Ich habe angefangen zu meditieren und mache alles, was meinem Hirn guttut. Außerdem habe ich durch die Krankheit viele wunderbare Menschen kennengelernt, die mir zur Seite stehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit einem todgeweihten Menschen viel fokussierter umgeht. Da gibt’s nicht mehr so viel Blabla, sondern da geht’s ums Wesentliche. Und das Wesentliche ist die Liebe und der liebevolle Umgang mit meinen Nächsten.

Was steht noch auf Ihrer persönlichen Wunschliste?

Weder Fallschirmspringen noch Weltreisen, ich wünsche mir einfach ein friedliches und schmerzfreies Ende. Ich hatte ohnehin nie das Ideal, uralt zu werden und eine Großfamilie zu gründen. Ich bin alleinstehend und hinterlasse weder Mann noch Kinder, das macht es einfacher. Mein einziger Wunsch ist, dass man die Schmerzen deckeln kann und dass mir noch ein paar Folgen von „In aller Freundschaft“ vergönnt sind. Ich würde gerne spielen, bis der Vorhang fällt.

VORSORGE: Worauf Sie achten sollten

Frauen sollten einmal im Monat ihre Brust abtasten. Das geht am besten mit feuchter Haut und im Liegen, erklärt Werner Bader, Chefarzt des Zentrums für Frauenheilkunde am Klinikum Bielefeld. Entweder legt man sich also in die Badewanne oder verwendet etwas Bodylotion.

„Man arbeitet sich mit kreisenden Bewegungen mit den Spitzen der drei mittleren Finger über den gesamten Brustkörper“, sagt Bader – also von der Umschlagsfalte der Brust bis kurz unter das Schlüsselbein sowie von der Achselhöhle bis zum Brustbein. Die Selbstuntersuchung hält Bader für einen äußerst wichtigen Teil der Krebsvorsorge. „Ungefähr 80 Prozent aller Brusttumore werden durch die Patientin selbst getastet.“ Meist steckt hinter kleineren Knötchen aber eine Drüsenschwellung oder auch etwas seltener eine Zyste.

Hat man dabei etwas Ungewöhnliches ertastet, geht man am besten zum Frauenarzt. Der wird dann auch eine Tastuntersuchung durchführen, um den Verdacht der Patientin nachvollziehen zu können. Entdeckt der Gynäkologe auch etwas Auffälliges, lässt sich das in der Regel mit einer gezielten Ultraschalluntersuchung der Brust zeitnah abklären, „ohne dass voreilig gerade bei jüngeren Frauen eine Mammografie erfolgen muss“.

Bei Verdachtsfällen oder wenn aufgrund der Familiengeschichte ein hohes Brustkrebs-Risiko besteht, übernimmt in der Regel die Kasse die Kosten für den Ultraschall. Ohne Verdacht ist diese Untersuchung eine individuelle Gesundheitsleistung, und die Patienten müssen selbst dafür zahlen.

 

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