Checklisten Tipps für den Umzug

Ein Umzug ist mehr als nur das Schleppen von Kartons und Möbeln - zuvor kommt die Organisation und der Papierkram. Foto: dpa

Den Wohnungswechsel ohne Schäden für das Nervenkostüm, die Möbel und Hausrat bekommt man mit einer Liste gut hin

 
MÜNCHEN Jobwechsel, Nachwuchs, Liebe, Trennung oder der lang ersehnte Traum von der eigenen Immobilie – für einen Umzug kann es viele Gründe geben. Fast jeder weiß: Man braucht unzählige leere Kartons, starke Nerven und mehr oder weniger Geld. Doch der Erfolg eines Umzug hängt vor allem vom Organisationstalent oder den entsprechenden Tipps zum reibungslosen Ablauf ab. Denn es ist die Flut der kleinen Dinge, die Umzüge so anstrengend macht. Diese bekommt man unter Kontrolle mit einfachen Checklisten, rät der Umzugsberater Johannes Wörle. „Das ist das A und O einer guten Planung. Mit ihr verliert jeder Wohnungswechsel seinen Schrecken.” Wörle rät: „Die Checkliste sollte man sich individuell zusammenstellen.” So früh wie möglich sollte der neue Mietvertrag geschlossen und der alte gekündigt sein. Dann werden schon Umzugshelfer gesucht oder Angebote von Speditionsfirmen eingeholt, der Umzugstag wird festgelegt und dafür Urlaub beantragt. „Alles, was nicht transportiert werden muss, reduziert die Kosten. Deshalb vor dem Packen aussortieren, verschenken oder entsorgen”, rät Wörle.


Etwa zwei Monate zuvor ist es ratsam, an den Abschluss eines Strom- beziehungsweise Gasliefervertrages für die neue Wohnung zu denken. „Wenn das nicht geregelt ist, kommt mit dem Verbrauch der ersten Kilowattstunde ein Vertrag mit dem örtlichen Grundversorger zu allgemeinen Preisen zustande. Und die sind höher als die Tarife bei Sonderverträgen”, erklärt Christina Siebenhüner, Sprecherin der Verbraucherzentrale. Wer Kinder hat, sollte sie am neuen Wohnort in der Kita oder Schule anmelden.


Ein Monat vorher ist dann folgendes zu tun: Den Einrichtungsplan und die Liste mit dem gesamten Umzugsgut erstellen, Türen, Fahrstühle und Treppenhäuser ausmessen, Garage und Keller entrümpeln und einen Sperrmülltermin besorgen. Daneben wird nun der Arbeitgeber informiert, und bei Bank, Versicherungen, Finanzamt, GEZ und den Telefon- und DSL-Anbietern meldet man sich um.


Ein paar Tage vorher: Übergabetermine vereinbaren, das neue Quartier übernehmen und Mängel schriftlich festhalten. Falls keine Umzugsfirma engagiert wurde, muss man nun selbst beim Ordnungsamt eine Haltverbotszone für den Möbelwagen beantragen. Die Termine von den Helfern oder der Spedition bestätigen lassen und die Adressänderungen allen wichtigen Kontakten geben. Hausmeister und Nachbarn an beiden Adressen informieren, Kartons organisieren und packen.

Ein Tag vor dem Umzug heiße es dann „Ruhe bewahren”, sagt Wörle. „Alle Geräte wie Waschmaschine, Kühlschrank sichern. Und nicht vergessen: Etwas Bargeld von der Bank abheben.”
Der Großkampftag beginnt mit dem Prüfen, ob Wasser- und Gashähne korrekt verschlossen sind. Die Hauptsicherung wird herausgedreht. Die Helfer werden eingewiesen, das alte und dann das neue Treppenhaus auf Vorschäden kontrolliert und nach dem Aus- und Einzug gereinigt. In der neuen Wohnung muss für Beleuchtung gesorgt und den Helfern Essen und Getränke angeboten werden. Ein Handy und ein Erste-Hilfe-Kasten gehören ins Handgepäck. Auch persönliche Unterlagen, Wertgegenstände, Wechselwäsche für zwei Tage sowie Verpflegung werden im privaten PKW transportiert.
Schon lange bevor der Umzug so konkret bis zum Ende durchgeplant wird, sollten Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung mit dem Vermieter abgesprochen werden. „Da gibt es genug Potenzial für rechtliche Probleme”, sagt Anja Franz, Sprecherin des Mietervereins München. „Nicht selten kommen die Leute ein, zwei Tage vor ihren Umzügen zu uns und fragen, ob sie ihre alte Wohnung wirklich noch streichen müssten.” Solche Feinheiten müssten viel früher geklärt werden.

 

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