Check vor der ersten Fahrt Fit für den Frühling: Die Frühjahrskur fürs Radl

Bevor es mit dem Radl wieder zum ersten Mal auf die Straße geht, sollte das Gefährt nochmal gründlichst überprüft werden. Foto: Tobias Hase/dpa

Endlich ist der launische April vorbei, die Fahrrad-Saison kann nun so richtig starten. Bevor man sich wieder auf den Sattel schwingt, sollte man das Gefährt aber erst einmal begutachten. So machen Sie ihr Radl für den Frühling fit.

 

München - Verdreckt, verstaubt und eingerostet - so sehen manche Fahrräder nach der Winterpause aus. Bevor es im Frühling wieder losgeht, ist daher ein kurzer Check angesagt.

Die wichtigsten Dinge hier im Überblick:

Fahrrad-Check: Reinigung – Kein Hochdruck

Zunächst einmal ist das Fahrrad gründlich zu reinigen: "Es reicht aus, mit Wasser, Spüli und einem Haushaltsschwamm den Winterdreck abzuwaschen", erklärt David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Er warnt davor, einen Hochdruckreiniger zu nutzen. "Die Kraft, mit der das Wasser in empfindliche Komponenten eindringt, kann Schaden anrichten."

Fahrrad-Check: Kette – Ölen!

Im Anschluss ans Saubermachen sind wichtige Fahrradteile zu überprüfen. "Der kleine Pflegedreiklang lautet: Kette, Reifen, Bremse", so David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad. Nach dem Reinigen freut sich die Kette über Öl. Ob sie es nötig hat, sieht man an orangen Rostflecken. Und man hört es, wenn es beim Fahren quietscht. "Wird die Kette nicht gewartet, kann sie reißen oder brechen", warnt Eisenberger.

Fahrrad-Check: Bremse – Neue Beläge

Im Falle der Felgenbremse kann der Zug festgerostet sein", erklärt Koßmann. Die Züge verbinden den Bremshebel am Lenker mit der Bremse auf der Felge. Dringt Nässe in die nicht vollständig ummantelten Züge ein, entsteht Rost. Ein weiteres Indiz ist es, wenn Radler die Bremshebel bis zum Lenker komplett durchdrücken können. "Dann sind wahrscheinlich die Bremsbeläge verschlissen."

Fahrrad-Check: Felgen – Bunte Rille

Viele moderne Felgen haben Verschleißindikatoren", sagt Martin Utz vom Radsportverband. Das ist eine Rille, teilweise sogar farbig eingefärbt, die die komplette Felge auf Höhe der Bremsbelege umläuft. Ist dieser Marker nicht mehr zu sehen, ist die Felge schon so stark abgerieben, dass sie bersten kann. "Sie darf dann nicht mehr genutzt werden."

Fahrrad-Check: Reifen – Auf den richtigen Luftdruck achten

Hier kommt es auf den richtigen Luftdruck an. "Ist zu wenig Luft drinnen, kann der Reifen kaputt gehen. Außerdem verändern sich die Fahreigenschaften", sagt Koßmann vom Pressedienst Fahrrad. "Auf der Reifenflanke ist der richtige Luftdruck abzulesen."

Überprüfen kann man ihn, indem man mit dem Daumen in den Reifen drückt. Laut Martin Utz vom Bayerischen Radsportverband gibt es alternativ auch Fahrradpumpen mit eingebautem Manometer, das den Druck anzeigt.

Sinnvoll ist der Blick auf Risse und das Reifenprofil, auch wenn es im Gegensatz zum Auto keine gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe gibt. "Ein Reifen ist endgültig abgefahren, wenn schon die darunterliegende Gewebeschicht stellenweise sichtbar wird", erklärt Utz. Durch die Walkarbeit beim Fahren und durch UV-Strahlung werden Reifen seitlich oft schon im ersten Jahr brüchig, Stabilität und Sicherheit sind deshalb aber noch nicht verloren.

Wer dennoch unsicher ist: Einen Werkstattcheck für 40 bis 60 Euro kann auch in Bezug auf andere wichtige Bauteile wie der Bremse sinnvoll sein.

Fahrrad-Check: E-Bike-Akku – Richtig lagern

"Im Idealfall hat man sich bereits vor der Winterpause um ihn gekümmert und bei gleichmäßigen Temperaturen, nicht unter zehn Grad, besser bei Zimmertemperatur aufbewahrt", sagt Utz vom Radsportverband.

Auch müsse verhindert werden, dass er sich tiefenentlädt. Das sollte alle acht bis zwölf Wochen überprüft und der Akku gegebenenfalls nachgeladen worden sein. Ein halbvoller Akku während der Lagerung ist am besten.

Nach längerer Pause muss man mit einem schwächelnden Akku rechnen. Hat sich die Reichweite drastisch verringert, ist ein Besuch im Fachgeschäft empfehlenswert.

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