Champions-League-Finale Fan-Karawane in Richtung Wembley

Das ist wahres Fantum: Helmut aus Münster fuhr fast 550 Kiilometer mit dem Radl nach London. Foto: dpa

Mit dem Pkw und dem Bus, dem Flugzeug, der Fähre  und durch den Tunnel: Hunderte deutsche Fans drängen auf die Insel

 

München/London - Das historische Duell, das Spiel der Spiele - wenn man als wahrer Fan bei einem Spiel dabei oder wenigstens in der Nähe sein muss, dann bei diesem Champions-League-Endspiel. Ausgebuchte Flüge, Fähren und Züge konnten die Fans nicht aufhalten. Nicht mal Warnungen von Scotland Yard, deutsche Fans sollten zuhause bleiben, fruchteten. Um in London dabei zu sein, beweisen die Fußballverrückten einigen Einfallsreichtum. Ein Münsteraner hat die fast 550 Kilometer nach London sogar mit dem Radl zurückgelegt. Die AZ hat sich bei den Fans umgehört:

„Als die Ticket-Zuteilungen kamen, war der Landweg quasi schon dicht”, sagt Rudi Grabmeier vom niederbayrischen Fan-Klub „Red Bulls Taubenbach”. Der Klub-Vorsitzende hatte deshalb eine besonders findige Idee: Er charterte kurzerhand ein Flugzeug. Innerhalb kürzester Zeit waren die 160 Plätze in der Boing 747 ausgebucht. 450 Euro kostet der Flug pro Person. Nicht nur Vereins-Mitglieder auch Freunde und Bekannte können so mitfliegen. „Ich hätte zwei Maschinen voll machen können”, sagt Grabmeier. Am Samstagvormittag um 9.30 Uhr geht’s in München los, Sonntagfrüh um 4.50 Uhr zurück. Eine Übernachtung wird nicht gebucht. „Wir gehen davon aus, dass wir die ganze Nacht feiern, da brauchen wir kein Hotel”, sagt Grabmeier. „Außerdem ist der Flieger deswegen bezahlbar, weil er nicht gleich zurückfliegt, sondern die paar Stunden auf uns wartet.”

Seit Donnerstagabend ist der Erdinger Fanbus unterwegs Richtung Wembley – an Bord die Gewinner des AZ-Gewinnspiels und AZ-Reporter Max Wessing. 18 Stunden sind sie gemeinsam im Luxus-Liner unterwegs, um während des historischen Endspiels in London zu sein. Natürlich wurde da schon in der ersten Nacht von Donnerstag auf Freitag gefeiert. Die Therapie gegen die Müdigkeit: Schafkopf, Hollywood-Streifen auf sechs Flachbildschirmen – oder der Weg zum eingebauten Zapfhahn!

Die Mitglieder des Fanklubs „De rodn Waginger”, reisen nicht gemeinsam. Einige sind schon am Donnerstag per Flieger gen London abgereist. „Die hatten die Flüge schon vor dem Halbfinale gebucht”, sagt der Vorsitzende Manfred Straßer. Weil’s günstiger ist, und es noch Tickets gab, fliegen manche Klub-Mitglieder von Mailand ab. Andere haben Plätze in Fan-Bussen befreundeter Klubs ergattert, oder eine Fahrt über Bayern-Tours.

Der Fan-Klub Bayern Kings aus Niederselters in Hessen hat sich für den Weg nach London zwei Busse gemietet. 155 Bayern-Verrückte sind dabei. „Unser Präsident hat zum Glück schon nach dem ersten Halbfinal-Spiel die Plätze für die Fähre reserviert”, sagt Mitglied Michael Zeman. Er reist dem FCB schon seit Jahren um die ganze Welt hinterher. 100 Euro kostet die Fahrt pro Mann. Nach dem Sieg gegen die Schwarz-Gelben feiert der Klub aber nicht vor Ort: „Sobald wir aus dem Stadion sind, geht's in unseren ’Open-End-Party-Bussen’ zurück.”

Selbst bei mitfahrzentrale.de gibt es Angebote für London-Fahrten: „Suchen zwei rot-weiße Mitfahrer zum CL-Finale in London” steht in einem Inserat. Die User „Flo & Flo” haben sich ein Mietauto genommen und den Transfer durch den Euro-Tunnel bereits gebucht. 120 Euro kostet die einfache Fahrt und war sofort ausgebucht.

 

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