Champions League Finale der Frauen Der Fußball kehrt heim ins Oly

Das Public Viewing zum Finale dahoam wird im Olympiastadion stattfinden. Am 17. Mai steigt hier schon das Champions-League-Finale der Frauen. Foto: Daniel von Loeper

Sieben Jahre nach dem Auszug der Bayern steigt im Olympiastadion am 17. Mai das Frauenfinale

MÜNCHEN Als am 14. Mai 2005 das letzte Bundesliga-Spiel im Olympiastadion Geschichte war und die letzten Zuschauer nach dem 6:3 des FC Bayern gegen Nürnberg Erinnerungsfotos vom „Oly” machten, saß Wilfrid Spronk irgendwann alleine auf der Ehrentribüne und weinte. Der damalige Geschäftsführer des Olympiaparks hatte oft darauf hingewiesen, dass der Fußball für das Münchner Wahrzeichen unersetzbar sei. Und doch war seine schlimmste Befürchtung Realität geworden: Bayern und Löwen zogen um nach Fröttmaning, das Olympiastadion hatte als Fußballstätte ausgedient.

Sieben Jahre später kehrt der Fußball ins „Oly” zurück. Den letzten offiziellen Torschützen, Samuel Slowak vom Club, kennt man ohnehin kaum. Am 17. Mai wird es einen neuen, letzten offiziellen Torschützen geben. Besser: eine Torschützin. Das Champions-League-Finale der Frauen geht im „Oly” über die Bühne.

Seit 2010 werden die Champions-League-Finals gemeinsam vergeben. Als das Endspiel der Männer an die Allianz Arena ging, konnte das Frauen-Finale nur im Olympiastadion stattfinden, betont man im Olympiapark. Nirgendwo hätte man professionellere Strukturen vorgefunden. „Das Comeback des Fußballs im Olympiastadion ruft besondere Erinnerungen wach”, sagt auch Oberbürgermeister Christian Ude.

Seit 2005 hatten neben den obligatorischen Open-Air-Konzerten ja einige obskure Events stattgefunden: Beim Leichtathletik-Eurocup 2007 diente das „Oly” noch dem ursprünglichen Verwendungszweck, das winterliche „Air & Style” (2005-2007) und das DTM-Showrennen (2011) fielen dann aber doch in die Kategorie Zweckentfremdung, ebenso diverse Weinfeste. Richtig skurril war die Austragung des sogenannten „Speedman Triathlon” (2011), für den extra ein Schwimmbecken aufgebaut und befüllt wurde.

Ob dem „Oly” die Abwechslung gefallen hat? Nun putzt es sich für das Finale der Fußball-Ladies jedenfalls besonders heraus. Nachdem der Naturrasen für das DTM-Event im letzten Sommer einer 18 000 Quadratmeter großen Asphaltfläche für immer weichen musste, wurde es inmitten der Arena nun wieder grün. „Wir haben drei Wochen vor dem Spiel den Rollrasen verlegt, der schlägt jetzt Wurzeln”, sagt Wasem Ajmail, technischer Leiter des Olympiaparks. Dem „Oly” das alte Antlitz wiedergeben – ein Kraftakt für Mensch und Maschine: Auf einem 120 mal 80 Meter großen Holzrahmen wurden 152 LKW-Ladungen Kies (3800 Tonnen) verteilt, darauf kamen 1400 Tonnen Tragschicht, eine spezielle Erde. „Eigentlich ist es ein riesiger Sandkasten”, erklärt Ajmail. Statt mit Förmchen wird aber doch auf dem nun auf die Erde gelegten Rollrasen gespielt. 400 000 Euro kostet das Projekt Champions-League-Rasen.

Karten fürs Finale sind genug zu haben: Bis zu 50 000 Zuschauer könnten kommen. Der Rekord fürs Frauen-CL-Finale liegt bei 28 112. So werden nur Tickets für die Haupt- und Gegentribüne (10 bzw. 7 Euro) abgegeben, auf eine Renaissance der Süd- bzw. Nordkurve warten Nostalgiker also vergebens. Final-Botschafter Paul Breitner hält sein „Wohnzimmer” immer noch für „das schönste Stadion der Welt”. Dass es so bleibt, dafür wird nach der 40-Jahr-Feier des Stadions im August gesorgt. Dann wird auf den Asphalt ein Kunstrasenteppich gelegt, mit aufgemalter Laufbahn. „So stellen wir das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder her”, sagt Ajmail zur optisch schönsten Lösung. Königsklassenfähig ist der Kunstrasen zwar nicht, dafür kann er während der Open-Air-Saison relativ leicht abgebaut und später wieder draufgelegt werden - ein guter Kompromiss, wie Ajmail findet.

Für die Rückkehr des Fußballs ist also alles vorbereitet, und wer nicht unbedingt zum Frauen-Finale will, der kann auch am Finaltag der Herren nochmal etliche Weltstars kicken sehen: Um 12 Uhr treten die Bayern-Allstars gegen eine von Zinedine Zidane aufs Feld geführte Weltauswahl an. „Es gibt noch einige, wenige Karten zu kaufen”, scherzt Paul Breitner.

 

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