Champions Hockey League EHC München ist weiter: Comeback der Aura

2:3 daheim gegen den EV Zug, 2:0 auswärts – damit steht der EHC als erster deutscher Verein im Viertelfinale der Champions League. Foto: Alexandra Wey/KEYSTONE/dpa

Als erster deutscher Klub steht der EHC München im Viertelfinale der Champions League und trifft dort mit den Malmö Redhawks auf alte Bekannte. "Wir sind noch nicht am Ende", verspricht Yannic Seidenberg.

München - Don Jackson, der Meistertrainer, ist kein Mann, der seine Emotionen groß nach außen trägt. Und so war sein langer Applaus für Frank Mauer schon fast so etwas wie ein unkontrollierter Gefühlsausbruch.

Kein Wunder, der Nationalstürmer, einer der deutschen Silberhelden von Pyeongchang, hatte den EHC Red Bull München im Achtefinal-Rückspiel der Champions League CHL mit seinem Treffer in der 55. Minute zum 2:0 gegen den Schweizer Topklub EV Zug endgültig auf die Siegerstraße und zu einem historischen Ereignis geschossen.

Noch nie hatte es ein deutscher Verein geschafft, das Viertelfinale der europäischen Eishockey-Königsklasse zu erreichen. Bis eben zu diesem 20. November. Durch den 2:0-Auswärtssieg nach der 2:3-Heimpleite haben es die Münchner geschafft, sich für die Runde der letzten Acht zu qualifizieren.

Shugg: "Haben mit viel Leidenschaft gespielt"

"Es ist ein gutes Gefühl, in der Champions League weiterzukommen und mit Red Bull Geschichte zu schreiben. Wir haben als Mannschaft mit viel Zugriff und Leidenschaft gespielt", sagte Justin Shugg, der den EHC, der in der Anfangsphase gewaltig unter Druck gestanden war, durch seinen Treffer in der 22. Minute erlöst hatte.

Goalie Danny aus den Birken war mal wieder nicht zu überwinden, so stand am Ende der 2:0-Sieg und damit das historische Weiterkommen fest. Vor einem Jahr waren die Münchner noch im Achtelfinale am SC Bern gescheitert. "Das war eines unserer besten Spiele, gerade auch ohne Scheibe, seit sehr langer Zeit, Es war ein sehr schnelles Spiel, es war wenig Platz auf dem Eis. Wir haben uns vorgenommen, viel Druck auszuüben, damit sie sich nicht entfalten können", sagte Münchens Nationalverteidiger Yannic Seidenberg: "Wir haben unsere Chancen genutzt und sind verdient weitergekommen. Vom Niveau her sind die Spiele in der CHL sicherlich um einiges schneller als in der DEL. Man muss jede Sekunde aufpassen."

Münchner kennen Gegner Malmö bereits 

Der EHC ist im Viertelfinale auf jeden Fall auch als Jede-Sekunde-Aufpasser gefordert, dort geht es gegen den schwedischen Spitzenklub Malmö Redhawks. Das Hinspiel findet entweder am 4. oder am 5. Dezember statt, das Rückspiel dann am 11. Dezember.

Die beiden Vereine kennen sich bereits aus der CHL-Gruppenphase. Am heimischen Oberwiesenfeld konnte sich der EHC mit 3:2 durchsetzen, doch in Schweden setzte es für die Truppe von Coach Jackson, bei der weiter die Langzeitverletzten Mads Christensen, Michael Wolf, Patrick Hager und Trevor Parkes fehlen, eine 1:6-Klatsche.

"Wir wissen, wie stark Malmö ist. Aber wir wissen auch, was wir können. Wir sind unheimlich stolz, dass wir im Viertelfinale stehen. Man merkt, wie wir als Team immer mehr zusammenwachsen und besser werden", sagte Seidenberg vor dem Spiel des EHC in der Liga gegen Bremerhaven (Freitag, 19.30 Uhr), "wir sind noch nicht am Ende." 

Und Shugg ergänzte: "Ich denke, dass wir unsere Aura wieder haben, die Red-Bull-Aura, die den Verein zu drei Meisterschaften in Serie geführt hat. Es macht unglaublichen Spaß, sich mit den besten Teams und Spielern zu messen. Und wir können stolz sein, dass wir Geschichte geschrieben haben."

Mal sehen, ob es noch ein weiteres Erfolgskapitel in diesem Geschichtsbuch geben wird.

 

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