CDs und Online Die beste Steuersoftware

Welche Steuerprogramme sind empfehlenswert? Kommt man auch als EDV-Laie damit zurecht? Die Zeitschrift „Finanztest“ hat die verbreitetsten Angebote auf Herz und Nieren geprüft.

 

München - In der Unangenehm-Liste rangiert sie irgendwo zwischen Schreibtisch aufräumen und Zahn-OP: die jährliche Steuererklärung. Ein Grund mehr, sich dafür professionelle Hilfe zu holen und die grauen Tage zu nutzen, den Mühlstein wieder für ein Jahr loszuwerden.

In der März-Ausgabe von „Finanztest” werden neun gängige PC-Programme unter die Lupe genommen. Getestet haben nicht nur Experten, sondern auch Laien, die noch nie eine elektronische Steuererklärung abgegeben haben.

Das Ergebnis: Vier Programme erhielten das Test-Urteil „gut”, drei „befriedigend”, je einmal gab es „ausreichend” und „mangelhaft”.
Stiftung Warentest hat die Hersteller über die gefundenen Schwächen informiert. Bevor man sich an die Steuererklärung am PC macht, empfiehlt es sich also, von der Homepage des Anbieters ein Update herunterzuladen.

Happige 39,95 Euro sind für die teuersten Programme fällig, wie für die beiden besten im Test, „Steuer-Spar-Erklärung 2011” und „Wiso-Steuer-Sparbuch 2011”.
Die Programme funktionieren allerdings in der Regel nur am PC. Apple-Besitzer sind auf Internetangebote wie www.steuerfuchs.de angewiesen, wollen sie ihre Steuererklärung elektronisch abfassen und den Spielraum nutzen, um so wenig wie möglich an den Fiskus abzuführen.

Wem es dagegen nur darum geht, die Erklärung korrekt hinzubekommen, der kann das mit Hilfe der Software des Finanzministeriums (www.elster.de) sogar kostenlos.
Die Tipps zum Steuersparen kann man sich schließlich auch unbezahlt besorgen: zum Beispiel bei www.abendzeitung.de unter dem Menüpunkt „Geld”. Dort finden Sie die wichtigsten Änderungen, zum Beispiel zum Thema Arbeitszimmer, erhöhter Grundfreibetrag oder zu den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung.
Das bayerische Finanzministerium macht den Steuerzahlern die elektronische Erklärung schmackhaft: Wer auf diese Art bis 31. August die Formulare übermittelt, nimmt an einer Verlosung teil: Zu gewinnen gibt’s einen Audi A3 Sportback und 28 andere Preise.

Für Arbeitnehmer lohnt es sich in der Regel, eine Lohnsteuererklärung abzugeben: 823 Euro bekommen sie im Durchschnitt zurück.
Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts haben 7,3 Millionen angestellte Bundesbürger für das Jahr 2006 eine dreistellige Summe erstattet bekommen, 3,2 Millionen erhielten mehr. Faulheit kostet also eine Stange Geld.

Schwächen haben die Tester in verschiedenen Bereichen ausgemacht: Bei den Pflegekosten haben nur die vier mit „gut” bewerteten Programme den Teil, der nicht als „außergewöhnliche Belastung” zum Abzug kommt, automatisch unter „haushaltsnahe Dienstleistungen” verbucht. Auch beim Beispiel „Rentner mit Nebeneinkünften” punkteten die vorne platzierten Programme.
Je komplizierter der Fall, desto eher macht sich der Qualitätsunterschied zwischen den Angeboten bemerkbar: Bei den Beispielfällen „Unterhalt für ein erwachsenes Kind” und „Kinderfreibeträge bei getrennten Eltern” führen nur „Steuer-Spar-Erklärung” und „Steuereasy” den Anwender so, dass er ohne Vorwissen zurechtkommt.

Es geht auch billiger

Die gute Nachricht für den verbraucher: Es geht auch billiger. Supermarktketten bieten zum Jahreswechsel oft leicht abgespeckte Versionen an. Diese Programme, in denen Steuertabellen und einige zusätzliche Hinweise fehlen, gibt es im Internet nach wie vor zu kaufen, zum Beispiel bei eBay oder Google Shopping. Den Testsieger Steuer-Spar-Erklärung gibt es weniger üppig ausstaffiert unter dem Namen Steuer-Software 2011 bei www.tchibo.de für 12,98 Euro, wenn man sich die CD zuschicken lässt, oder zum herunterladen für 9,99 Euro.
Das zweitplatzierte Wiso-Programm ist in der Light-Version für 17 Euro zu haben, zum Beispiel unter www.wiso-steuer-sparbuch.de/steuer.

 

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