Caritas-Altenheim Mehr Personal, Lebensqualität, bessere Pflege

In den Münchner Caritas-Altenheimen wird der Stellenschlüssel erhöht. Foto: dpa

In den Caritas-Altenheimen gibt es bald mehr Personal. Das soll die Lebensqualität der Bewohner erhöhen und die Pflege verbessern. Allerdings steigen dadurch auch die Kosten.

 

Forstenried - In den Caritas-Altenheimen St. Michael in Perlach und in St. Willibrord in Schwabing wird es ab Mai mehr Personal für die Betreuung der Bewohner und für die Hauswirtschaft geben.

Die drei weiteren Altenheime der Caritas - St. Franziskus in Giesing, St. Antonius in Forstenried und St. Nikolaus in Schwabing – folgen im Herbst, wenn für diese Heime die Pflegesätze neu verhandelt werden.

Möglich wird dies, weil der Diözesan-Caritasverband eine Verbesserung des Stellenschlüssels in der Stationären Altenpflege in seinen Altenheimen umsetzen will.

Die Landespflegesatzkommission, in der Pflegekassen und Bezirke als überörtliche Sozialhilfeträger vertreten sind, hatte im Dezember letzten Jahres beschlossen, dass Träger von Altenheimen den bisherigen Personalschlüssel erhöhen können.

Ziel des Caritasverbands in der Erzdiözese München und Freising ist es, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern und gute Pflege zu gewährleisten.

Die Anforderungen an Pflege und Betreuung in Altenheimen seien seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 ständig gestiegen. Diese mussten aber von der immer gleichen Anzahl von Mitarbeitern erbracht werden, sagt Michael Klotz, Heimleiter von St. Michael.

Heute gebe es viel mehr Bewohner mit komplexen Krankheitsbildern. Auch die Zahl der Demenzkranken habe in den letzten Jahren stark zugenommen. Das durchschnittliche Alter bei der Aufnahme im Heim liege heute bei 86 Jahren. „Wir sind froh und dankbar, dass die Caritas als Träger es uns ermöglicht, den Stellenschlüssel zu erhöhen“, so Klotz. Es gebe dadurch mehr Personal für die Betreuung, um individuelle Wünsche Einzelner zu erfüllen. Es würden nicht unbedingt Pflegefachkräfte eingestellt, die schwer zu bekommen sind, sondern auch Mitarbeiter aus anderen Berufsgruppen, die Freude im Umgang mit alten Menschen haben.

Pro 40 Bewohner wird es in Zukunft einen Mitarbeitenden mehr geben. Für das Altenheim St. Michael bedeutet dies fünf  Stellen, für St. Willibrord 2,5 Stellen, die flexibel eingesetzt werden können. „Das wird unsere Pflegekräfte entlasten“, sagen die Altenheimleiter, „und die Bewohner werden durch mehr Präsenz von Mitarbeitern profitieren. In St. Michael ist zum Beispiel geplant, das Frühstück und das Abendessen zu begleiten, um damit den einzelnen Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden und auf individuelle Wünsche eingehen zu können.

Die Kosten für die Verbesserung des Pflegeschlüssels in Höhe von etwa 135 Euro pro Monat gehen allerdings zulasten der Bewohner oder – wo der Sozialhilfeträger einspringen muss – zulasten des Bezirks Oberbayern.

„Wir können nicht jahrelang eine Verbesserung des Pflegeschlüssels fordern und ihn dann nicht umsetzen“, sagt Doris Schneider, Geschäftsführerin Altenheime im Diözesan-Caritasverband.

Das sei man den Bewohnern wie auch den Mitarbeitern schuldig. „Wir setzen uns entschieden dafür ein, dass die Pflegekassen einen höheren Anteil an den Heimkosten übernehmen, denn wir wissen, was wir den Bewohnern und ihren Angehörigen an Kosten zumuten.“

 

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