Bundespräsident Gauck zum Jahrestag: Ich will mein Amt nicht überdehnen

Bundespräsident Joachim Gauck wird auf dem Flughafen von Adis Abeba in Äthiopien von Mädchen mit Blumensträußen empfangen. Das deutsche Staatsoberhaupt hält sich zu einem viertägigen Besuch in Afrika auf. Foto: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck misst dem Jahrestag seiner Wahl keine allzugroße Bedeutung bei. Am Rande eines Besuchs in Äthiopien warnt er vor überzogenen Erwartungen.

Addis Abeba – Bundespräsident Joachim Gauck hat zum Jahrestag seines Amtsantritts vor überzogenen Erwartungen gewarnt. „Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass der Bundespräsident eine Art übergeordnete Politikinstanz wäre, die genau wüsste, was der richtige Weg ist“, sagte Gauck am Montag am Rande seines Besuchs in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. „Dann würde ich mein Amt überdehnen.“

Er sei vielleicht weniger kritisch, als es manche von ihm erwarteten, aber: „Ich möchte nicht die Rolle spielen, als wüsste ich alles, und die Abgeordneten und Minister seien eine Klasse darunter.“ Er selbst wolle dem Jahrestag seiner Wahl keine allzu große Bedeutung beimessen.

„Ich bin 73 Jahre alt und ein einjähriges Jubiläum spielt dann eine geringere Rolle. Ich habe darüber nicht groß nachgedacht“, sagte er. „Ich habe richtig arbeiten müssen in diesem Jahr, habe mir neue Themen erschließen müssen und bin in einer Weise gefordert worden, die mir noch einmal einen richtigen Push gegeben hat.“

Als besondere Freude und Mittel zum Stressabbau habe er die Begegnungen mit Ehrenamtlichen und aktiven Leuten empfunden. „Das ist einfach super“, sagte Gauck.

 

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