Bundespolizei am Münchner Flughafen Gefälschte Papiere: Mann auf dem Weg nach England gestoppt

An den Ein- und Ausreisekontrollstellen am Münchner Flughafen ziehen Bundespolizisten durchschnittlich zwei Reisende pro Tag mit gefälschten Dokumenten aus dem Verkehr. Aber nicht nur mit gefälschten Dokumenten versuchen Reisende die Bundesbeamten zu überlisten. Auch mit getürkten Reisezielen und erfundene Geschichten sind die Kontrollbeamten immer wieder konfrontiert. (Beispielbild) Foto: Bundespolizei

Weil er mit gefälschten Papieren reisen wollte, wurde am Münchner Flughafen ein Mann von der Bundespolizei festgenommen.

 

München - Ein gültiger Reisepass und ein Flugticket nach Istanbul; das reicht für die meisten Passagiere, um in München durch die grenzpolizeiliche Ausreisekontrolle zu kommen. Ein albanischer Staatsangehöriger hatte damit am Samstagnachmittag (11. Juli) kein Glück. Den Bundespolizisten kamen bei der Kontrolle erhebliche Zweifel und sie zogen den jungen Mann aus dem Verkehr. Die Beamten lagen richtig. Es sollte sich herausstellen, dass der Albaner mit falschen Dokumenten über Dublin nach London fliegen wollte. Er versprach sich Arbeit und ein besseres Leben in England.

Der 25-Jährige legte bei der Passkontrolle seinen albanischen Reisepass und ein Flugticket nach Istanbul vor. Auf den ersten Blick schien alles in Ordnung zu sein. Als die erfahrenen Bundespolizisten aber nachhakten, verstrickte sich der junge Mann in Widersprüche. Den Beamten kamen erhebliche Zweifel an der Echtheit der Geschichte und sie nahmen den Albaner mit zur Wache.

Hier fanden die Bundespolizisten heraus, dass der junge Mann bereits vor einem Jahr in Belgien bei dem Versuch gescheitert war, unerlaubt nach Großbritannien zu reisen. Laut seiner Aussage habe man damals seinen Pass "markiert". Also habe er sich einen neuen besorgt.

Doch damit nicht genug. Die Beamten entdeckten bei dem jungen Mann eine italienische Identitätskarte und ein Flugticket nach Dublin. Sie überprüften die Carta d'Identità und fanden heraus, dass das Lichtbild ausgetauscht worden war. Also nahmen sie den Albaner wegen des Verdachts der Urkundenfälschung vorläufig fest.

In der Vernehmung gab der Beschuldigte zu, das gefälschte italienische Dokument für 1.500 Euro gekauft zu haben. Er habe damit nach Großbritannien reisen wollen. Dort erhoffte er sich Arbeit und ein besseres Leben. Er sei erst von Albanien zu Fuß nach Ungarn, von dort mit dem Zug weiter über Österreich nach Italien gereist, wo er bei einem Freund gewohnt und von einem unbekannten Landsmann das gefälschte Dokument gekauft habe.

Mit im Preis für den gefälschten Ausweis war auch noch der Hinweis, er solle die strengen Passkontrollen in München mit seinem echten Reisepass durchlaufen, um nicht schon hier mit dem gefälschten Ausweis aufzufliegen. Also musste ein Reiseziel her, wo er mir seinem albanischen Reisepass ohne Visum einreisen durfte. Hier fiel die Wahl auf die Türkei.

Die gefälschte Carta d'Identità und Flugtickets sowohl nach Istanbul als auch nach Dublin in der Tasche sei es mit dem Zug zum Münchner Flughafen gegangen. Mit dem angeblichen Flug nach Istanbul habe er an den Bundespolizisten vorbei in den internationalen Abflugbereich gelangen wollen. Diese aber fielen nicht auf den Trick herein und beendeten seine Reise trotz aller Vorbereitungen vorzeitig.

Elf Millionen Fluggäste mehr: Neues Gebäude am Flughafen

Die Bundespolizisten zeigten den jungen Albaner wegen Urkundenfälschung, unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts an, bevor sie ihn am Sonntagmorgen (12. Juli) beim Bereitschaftsrichter in Landshut vorführten. Dieser entschied, den 25-Jährigen in Abschiebehaft zu nehmen. Daher brachten die Bundespolizisten den Festgenommenen in die Abschiebehaftanstalt Mühldorf.

 

0 Kommentare