Bundesliga Leverkusen: Spieler siegen für kranken Völler

Vor dem 3:0 gegen Nürnberg musste Sportchef Völler ins Krankenhaus – mit akuter Nierenkolik. Bayer Leverkusen widmet ihm den Sieg. "Ich hoffe, dass wir seine Schmerzen lindern konnten"

 

Leverkusen Rudi Völler redet sich in Rage. "Schwachsinn", poltert er, "Blödsinn! Wir sind ein Topklub." Am Freitag nach dem 0:5 gegen Manchester United lässt der Sportdirektor von Bayer Leverkusen Dampf ab. Einen Tag später ist all das egal: Samstagvormittag wird er ins Krankenhaus gebracht – mit einer akuten Nieren-Kolik infolge zweier Nierensteine.

Mittlerweile gibt es Entwarnung. "Es besteht keinerlei Gefahr. Aber es ist schmerzhaft", sagt ein Sprecher des Klubs. Einer der beiden Nierensteine liege günstig, bei dem anderen hoffe man, dass er bald mit Hilfe von Medikamenten abgehe.
Das 3:0 gegen Nürnberg am Samstag – es war vor allem ein Sieg für Völler!

"Die Tore sind auch Genesungswünsche für Herrn Völler. Schön, dass wir für ihn gewinnen konnten", sagt der zweifache Torschütze Heung-Min Son. Und Gonzalo Castro erklärt: "Ich hoffe, dass wir Rudis Schmerzen mit dem Sieg etwas lindern konnten." Bayer-Geschäftsführer Michael Schade meint: "Vielleicht helfen die Tore ja, dass die Steine auf natürliche Weise weggespült werden!" Rührend...

Also alles wieder gut nach der Klatsche unter der Woche? Nicht wirklich. "Der Sieg gegen Nürnberg ist in zwei Wochen vergessen, über die Pleite gegen Manchester wird man aber noch in Monaten, vielleicht sogar in Jahren reden", sagt Schade.
Jetzt geht es erst einmal munter weiter: Am Mittwoch muss Bayer im Achtelfinale des DFB-Pokals zum SC Freiburg reisen, kommenden Samstag steht das Spitzenspiel in der Bundesliga bei Verfolger Borussia Dortmund an.

Inhaltliche Rückendeckung bekommt Völler für seine Wutrede von einem seiner wichtigsten Spieler. Denn nach dem 3:0 gegen Nürnberg wurde Stefan Kießling, der zu Beginn der zweiten Halbzeit zum vorentscheidenden 2:0 traf, zum kleinen Wüterich. "Was auf uns eingeprasselt ist, das hat die Mannschaft nicht verdient. Ich kann nicht verstehen, wie nach 18 guten Monaten alles kaputt gemacht wird – aufgrund nur eines schlechten Spiels", sagt er. Sätze, die ebenso wie der Sieg beste Medizin für Völler sein dürften.

Harte Zeiten in Nürnberg: Der Club hat durch die Niederlage in Leverkusen den Start-Negativrekord der Löwen aus der Saison 1977/78 und des MSV Duisburg (1994/95) eingestellt.

 

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