Bundesliga-Abstiegskampf So denkt Thomas Berthold über die anderen Teams

Für wen reicht’s denn dann? Gehen wir die Teams doch mal durch.

 

Der FC St. Pauli hat ein schweres Restprogramm, zudem einen Negativlauf. Und dann noch die Bekanntgabe der Stanislawski-Trennung – das alles ist eine schlechte Konstellation. Sicher, St. Pauli hat mit 28 Punkten aktuell zwei mehr als Gladbach, aber für die Beiden wird’s nix mehr. Sie landen auf den direkten Abstiegsplätzen.

Den Relegationsplatz hat gerade der VfL Wolfsburg inne. Sie meinen, Felix Magath packt’s?

Naja, selbst ein großer Trainer wie Magath ist keine Garantie nicht abzusteigen. Aber Wolfsburg hat durch die Heimspiele gegen Köln, Lautern und St. Pauli das leichteste Restprogramm der Abstiegskandidaten. Das Team hat in vielen Spielen viele Chancen liegengelassen, trotzdem traue ich ihm mindestens neun Punkte aus den letzten fünf Spielen zu. Das reicht für die Bundesliga.

Eintracht Frankfurt?

Die Eintracht hat den großen Vorteil, dass sie schon 33 Zähler hat … ich glaube, dass sie allenfalls noch gegen Köln gewinnt und vielleicht jetzt in Hoffenheim einen Punkt hält. Das ist aber auch schon alles.

Dem 1. FC Kaiserslautern trauen Sie …

 … nach diesem großen Sieg in Stuttgart den Klassenerhalt zu, genau. Auswärts hat der FCK aus den letzten drei Spielen sieben Punkte geholt, das ist respektabel und sorgt für positive Stimmung. Auch der 1. FC Köln wird die Klasse halten.

Trotz des 1:5 in Gladbach?

Ach, sicher. Köln hat schon 35 Punkte und sieben Heimspiele in Folge gewonnen! Sicherlich sind das hier alles Rechenspiele, das weiß ich auch – aber was soll denn da noch passieren? Für den VfB wird es verdammt schwer am Samstag beim FC.

Wir halten fest: Gladbach und St. Pauli steigen direkt ab. Wer wird 16. und muss am 19. und 25. Mai in die Relegation?

Entweder Eintracht Frankfurt oder der VfB Stuttgart – und ich tendiere zum VfB.

Damit machen Sie sich keine Freunde in Stuttgart.

Klar. In der Relegation aber – egal ob gegen Augsburg, Bochum oder Fürth – hätte der VfB klare Vorteile. Psychologisch ist der Zweitligist zwar im Aufwind, aber in Hin- und Rückspiel werden sich die Erstligisten durchsetzen. Das haben wir doch schon letztes Jahr gesehen, als Nürnberg die Augsburger klar bezwingen konnte (1:0 und 2:0/die Redaktion).

Also rettet sich der VfB so eben, alles ist wieder in Butter und sie bewerben sich um Präsidenten-Amt?

Von wegen! Dass mein Name da mal irgendwann im Zusammenhang mit Hansi Müller und Karl Allgöwer gehandelt wurde, habe ich gleich dementiert. Mit denen habe ich nichts zu tun. Ich habe keinerlei Ambitionen. Aber klar ist doch: Der Klub braucht frischen Wind, in den oberen Etagen muss man mal kräftig durchlüften. Unabhängig von einem Abstieg oder dem Klassenerhalt.

Dies ist ein Artikel unseres Kooperationspartners Stuttgarter Nachrichten. Mehr Meldungen zum VfB-Stuttgart lesen Sie unter www.stuttgarter-nachrichten.de/vfb

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