Bullen-Teams in der CHL unter sich Kampf der Systeme im Reich der Dosen

"Natürlich wollen wir ins Finale – und das dann auch gewinnen", sagt EHC-Kapitän Wolf (links) vor dem Duell gegen Salzburg um Trattnig. Foto: GEPA pictures/ho

Im Halbfinale der CHL empfängt der EHC München den anderen Red-Bull-Verein aus Salzburg. EHC-Kapitän Wolf über eine mögliche konzerninterne Absprache: "Schwachsinn!"

München - Didi Mateschitz ganz persönlich nahm sich der Sache an und sprach mit Don Jackson. Der österreichische Brausekönig, der Gründer und Eigentümer des Red-Bull-Imperiums, bat den Erfolgscoach, das Münchner Erbe des verrückten Eishockey-Professors Pierre Pagé, bei dem der Wahnsinn das Genie mehr als allen Beteiligten und Geschundenen recht war, überlagerte, anzutreten.

Und so beendete Jackson nach nur einem Jahr sein Trainer-Gastspiel beim EC Red Bull Salzburg und avancierte beim EHC Red Bull München zum Retter des Eishockey-Projekts, das 2021 in dem Bau der neuen Multifunktionsarena gipfeln soll. (Lesen Sie hier: Bestätigt - SAP wird Sponsor für neue Multifunktions-Arena)

Don Jackson: "Das ist ein absolutes Highlight"

Drei Mal führte Jackson, der als Spieler in der NHL selber zwei Mal den Stanley Cup geholt und in der DEL als Trainer die Eisbären Berlin fünf Mal den Titel beschert hatte, den EHC zum Triumph. Und in dieser Saison auch noch ins Halbfinale der Champions League CHL.


Don Jackson. Foto: GEPA pictures/ho 


Noch nie hatte es ein deutscher Klub in der CHL-Geschichte zuvor auch nur ins Viertelfinale geschafft. Und da der Eishockeygott ja für seinen teils schrägen Humor berühmt – und zuweilen berüchtigt – ist, kommt es da am Dienstag (19.30 Uhr, Sport1) nun zum Duell der Dosen, zum Showdown des aktuellen Jackson-Klubs gegen den ehemaligen. Der EHC Red Bull München empfängt im Halbfinal-Hinspiel den EC Red Bull Salzburg, am 16. Januar (20.20 Uhr) kommt es dann in Salzburg zum Rückspiel.

"Was ich erwarte? Ich erwarte, dass wir am Dienstag gewinnen", sagte Jackson, der als eines der Saisonziele den Gewinn der Champions League ausgegeben hatte. "Das ist ein absolutes Highlight. Es gibt nichts Geileres", sagte EHC-Stürmer Yasin Ehliz, "wir wollen ein Zeichen setzen und am Ende beide Partien gewinnen."

Hockey-Akademie bei Salzburg der gemeinsame Nenner

Eine mögliche konzerninterne Absprache verwies EHC-Kapitän Michael Wolf ins Reich der finsteren Fabeln. "Schwachsinn! Das wird auf dem Eis geregelt. Natürlich wollen wir ins Finale – und das dann auch gewinnen", sagte der 37-Jährige der "Bild" nach dem 3:1-Sieg der Münchner im bayerischen Derby in der DEL bei den Straubing Tigers.


Greg Poss. Foto: GEPA pictures/ho 


Und: "Wenn man so weit gekommen ist, dann will man auch den letzten Schritt gehen und ins Finale einziehen, ganz egal wie der Gegner heißt." Der  Salzburger Kapitän Michael Trattnig ergänzte: "Das gibt es für Profisportler nicht." Also: kein Freundschaftsspiel unter Red-Bull-Kollegen.

Gedankenaustausch der Trainer Jackson und Poss

Gemeinsamer Nenner der beiden Vereine ist die Hockey-Akademie in Liefering bei Salzburg, in der jugendliche Talente ausgebildet und an beide Klubs herangeführt werden. Vor ein paar Jahren wechselten immer wieder Spieler von Salzburg nach München (Davis Meckler, Ryan Duncan, Brent Aubin, Evan Brophey, Garrett Roe). Dieser Praxis, die im Fußball zwischen Red Bull Salzburg und RB Leipzig Usus ist, gibt es im Eishockey nicht mehr.

Duncan, 2013/14 in München, war danach zu den Salzburgern, bei denen er schon 2012/13 aktiv war, zurückgekehrt. Am Anfang der Saison gab es einen Gedankenaustausch der Coache, es telefonierten Jackson und sein Salzburger Pendant, der ehemalige deutsche Bundestrainer Greg Poss, gelegentlich. "Es ging um die Spielphilosophie, um bestimmte Spielsituationen", sagte Jackson, "aber wir ähneln uns nicht im System." Es wird also ein Kampf der Systeme im Reich der Dosen.

 

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