Bürgermeister vermutet negative Energien Mit Feng Shui gegen den Spuk im Schloss

Vorsicht! Hinter diesem Tor stecken unter Umständen negative Energien. Foto: Stadt Friedberg

Im schwäbischen Friedberg vermutet der Bürgermeister negative Energien im Orts-Wahrzeichen . Jetzt soll eine Beraterin helfen

 

Ares ist eben ein Sensibelchen. Normalerweise ist der Hund von Friedbergs SPD-Bürgermeister Roland Eichmann ein ganz gemütlicher Zeitgenosse. Nur an einem Ort wird er immer unruhig: im Friedberger Schloss.

Das könnte an der blutigen Vergangenheit des über 700 Jahre alten Gebäudes liegen, meint der Bürgermeister des 21 000-Einwohner-Städtchens östlich von Augsburg.

Gerne würde er was gegen die negative Energie tun, die seiner Meinung nach das Schloss vergiftet.

Ein Angebot erscheint ihm da erfolgversprechend: Eine Feng-Shui-Beraterin aus München möchte das Schloss unter die Lupe nehmen und Vorschläge machen, wie dem alten Anwesen die positive Energie seiner Blütezeit zurückgegeben werden kann. Für 5000 Euro erledigt sie die Kontrolle in diesem Jahr.

„Mutig, viel Erfolg“, schreibt ein Friedberger im Netz

Eine Investition natürlich nicht nur in den ruhigen Schlaf von Ares: Eichmann befürchtet, dass auch die ewigen Streitigkeiten um die Sanierung des Wittelsbacher Schlosses (siehe Kasten) mit der negativen Energie zu tun haben könnten.

Ein wenig Beratung, angepasste Innenarchitektur und schon herrscht Frieden um das Schloss – eine verlockende Vorstellung.

Doch nicht überall kommt die Idee gut an: Stadträte aller Parteien kritisieren den Alleingang des Bürgermeisters, der nicht einmal den Schlossausschuss über seine Feng-Shui-Pläne informiert hat.

Die Reaktionen der Bürger im Internet reichen von Schimpftiraden bis hin zum Spott.

Eichmann selbst war am Freitag nicht zu erreichen. Doch neben Spott erntet er auch Zustimmung zu seinem Projekt. „Mutig, viel Erfolg“, schreibt ein Internetnutzer auf der Seite der lokalen Tageszeitung. Denn Feng-Shui-Berater seien bei Privatleuten, die Häuser bauen, gar keine Seltenheit.

Und Kommunalreferent Wolfgang Basch betont Medien gegenüber: Die hart erkämpfte Sanierung wird durch die ungewöhnliche Beratung nicht aufgehalten. Anna Munkler

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