Bündnis will Konzert verhindern Xavier Naidoo: Raus aus Rosenheim?

Wird Nähe zu Verschwörungstheorien und Antisemitismus vorgeworfen: Xavier Naidoo. Foto: dpa/Peter Kneffel

Ein "Bündnis gegen Hass" will den Auftritt des Sängers verhindern, der den "Reichsbürgern" nahestehen soll.

Rosenheim – Das Konzert soll erst im Juli stattfinden – und sorgt schon jetzt für Diskussionsstoff: In Rosenheim haben sich SPD-Politiker, Grüne, Linke und verschiedene Gruppen zu einem Bündnis zusammengeschlossen, das einen geplanten Auftritt von Soul-Sänger Xavier Naidoo mit der Band "Söhne Mannheims" verhindern will. Am Mittwochabend behandelt der Stadtrat einen Eilantrag der SPD zum Thema.

In einem Offenen Brief hatte sich das "Bündnis – kein Hass auf Rosenheims Bühnen" Anfang der Woche an die örtliche Politik gewandt. Sie werfen Naidoo darin vor, in Texten und bei öffentlichen Auftritten "vielseitige Verschwörungstheorien, antisemitische Äußerungen und explizite Hassbotschaften" zu verbreiten und zitieren dazu einzelne Passagen.

Söhne Mannheims nur ohne Naidoo willkommen

Ebenfalls erwähnt: Naidoos Teilnahme an einer Kundgebung der "Reichsbürger"-Bewegung 2014, die ihn 2015 letztlich die NDR-Nominierung für den Eurovision Song Contest gekostet hatte.

Anstatt Lehren aus den tödlichen Schüssen auf einen Polizisten in Georgensgmünd zu ziehen, "hofiere" Rosenheim mit Naidoo "ein Aushängeschild" der "Reichsbürger"-Bewegung, so der Vorwurf. Ohne ihn dürften die "Söhne Mannheims" jedoch gerne auftreten.

Stadt und Veranstalter haben mit einer Pressemitteilung reagiert: Die Verträge mit den Künstlern für das "Sommerfestival 2017" seien rechtskräftig. Deshalb fehle die Rechtsgrundlage dafür, jemanden vom Auftritt auszuschließen. Außerdem seien gegen Naidoo keine Gerichtsverfahren anhängig. Deshalb sehe man auch keine Veranlassung dafür, das Festival-Programm zu ändern.

Die SPD verlangt nun, dass sich die Stadt von dieser Aussage distanziert.

 

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