Bub verblutet fast Arzt beschneidet Säugling - und verursacht Höllenqualen

Beschneidungen müssen in einem sterilen Raum durchgeführt werden. (Archivbild) Foto: dpa

Ein Ehepaar aus Syrien lässt seinen Säugling beschneiden - auf ihrem Küchentisch! Dabei erleidet der Bub lebensgefährliche Verletzungen. Eine Not-OP rettet ihn. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

 

Nürnberg - Dauerhafte Schmerzen und ein dadurch lebenslang beeinträchtigtes Sexualleben sind das Ergebnis einer unfassbaren Operation in einer Privatwohnung. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg hat gegen einen 41 Jahre alten Arzt Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. Im Fokus der Ermittlungen steht eine Operation, die auf dem Küchentisch einer Privatwohnung stattfand – und lebensgefährliche Komplikationen nach sich zog.

Eltern suchten im Internet nach einem Arzt

Den bisherigen Ermittlungen zufolge war ein syrisches Ehepaar bei der Suche nach einem Arzt, der ihren erst zwei Wochen alten Buben beschneiden sollte, offenbar im Internet auf den 41-Jährigen gestoßen. Er habe in dem folgenden Gespräch zu verstehen gegeben, dass er diesen Eingriff auch in der Wohnung der Eltern vornehmen könne, erklärte Anita Traud, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Kind litt Höllenqualen - und wird lebenslang Schmerzen haben

Sie bestätigte auch, dass es sich bei den Vorwürfen gleich um ein Bündel möglicher Straftaten handle. Die Missachtung eines sterilen Umfelds bei der Operation auf dem Küchentisch dürfte den Worten Trauds zufolge allerdings nur eine nahezu vernachlässigbare Komponente darstellen. "Wir gehen auch davon aus", erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, "dass bei der Betäubung Fehler gemacht wurden und der Säugling erheblichen Schmerzen ausgesetzt war."

Arzt entfernte auch Teil des Penises

Der wohl am schwersten wiegende Fehler unterlief dem Arzt nach Ansicht der Ermittler offenbar beim eigentlichen Eingriff. Er habe, so die Darstellung der Staatsanwaltschaft, bei der Beschneidung auch einen Teil des Penisschaftes entfernt. Dadurch sei es zu massiven, nicht sofort stillbaren Blutungen gekommen. "Für das Kind bestand akute Lebensgefahr. Es konnte nur durch eine Notoperation in einer Klinik gerettet werden", erklärte Anita Traud.

Ein medizinisches Gutachten, das die Staatsanwaltschaft im Zuge der Ermittlungen anfertigen ließ, eröffnet dem Opfer im Säuglingsalter keine positiven Perspektive hinsichtlich seines künftigen Sexuallebens. Der Gutachter gehe davon aus, so die Behördensprecherin, dass mit permanenten Schmerzen auf Dauer zu rechnen seien.

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