Brust-OP vom Radiosender Radio Galaxy Traumbusen: Bayerns unmoralischstes Gewinnspiel

Die Brüste der 80er, 90er und die Implantate von heute: Radio Galaxy verlost einen "Traumbusen". Foto: dpa/Radio Galaxy

"Liebe Dich, so wie Du bist" – für Radio Galaxy in Ingolstadt ist das offenbar kein akzeptables Lebensmotto. Denn der Radiosender sagt dem "körperlichen Defizit" kleiner Busen den Kampf an und verlost eine Brustvergrößerung.

 

Ingolstadt – Die Messung von Radio-Quoten ist seit je her schwierig und treibt die Sender immer wieder zu verrückten Aktionen. Weil die Leute an so vielen verschiedenen Orten (Auto, Bad, Arbeitszimmer) und mit so vielen verschiedenen Geräten Radiosender hören, kann man nicht einfach am Gerät die Einschaltquoten messen. Also werden stattdessen tausende Bürger angerufen und befragt, was sie in der letzten Stunde, gestern oder am Morgen gehört haben und daraus wird dann eine durchschnittliche Quote hochgerechnet.

Dummerweise wird beim Radio aber ähnlich viel gezappt wie beim Fernsehen und noch viel weniger genau hingehört. Der Hörer weiß also oftmals gar nicht so ganz genau, welchen Sender er gerade hört. Deshalb starten die Sender immer dann, wenn eine neue Befragungswelle läuft, Gewinnspiele und Aktionen, um sich regelrecht ins Gedächtnis der Hörer zu prügeln. So muss man beispielsweise die Seriennummern von Geldscheinen sammeln, ein geheimes Geräusch erkennen oder intime Fragen beantworten und schon kann man tausende Euro, Reisen oder Autos gewinnen.

Weil diese Spiele mittlerweile ähnlich austauschbar sind, wie die sie veranstaltenden Sender, muss man allerdings inzwischen immer noch eine Schippe drauflegen, um die nötige Aufmerksamkeit zu bekommen. Und in Ingolstadt funktioniert das dieses Mal nach dem Motto: Zeig mir Deine Brüste und ich mach sie Dir größer!

Die Botschaft: Ohne Silikon kein "Traumbusen"

"Der Radio Galaxy Traumbusen" heißt die streitbare Aktion, bei der der Sender eine Brustvergrößerung verlost. Und wie eindimensional das dieser Aktion zugrunde liegende Frauenbild ist, wird auch gar nicht groß verheimlicht. So heißt es auf der Homepage beispielsweise: "Du wünschst Dir schon seit Jahren einen größeren Busen? Du hast es satt, dass Deine Oberweite nicht zum Rest Deines Körpers passt? Du bist unzufrieden und Dein körperliches Defizit macht Dir wirklich zu schaffen? Dann können wir Dir helfen!"

Einzige Voraussetzung dafür: man muss dem Sender Fotos der eigenen Brüste schicken – von vorne, von links und von rechts. Aber gerne auch ohne Kopf. Immerhin werden die "Bewerbungsfotos" nicht veröffentlicht - wer neben dem Arzt noch Zugriff darauf erhält (z.B. aus dem Internet-Team des Senders, das die eingesendeten Bilder verwaltet), geht aus den Teilnahmebedingungen allerdings auch nicht hervor.

Wenn man dann die Fotos des " körperlichen Defizits" verschickt, muss man gleich noch angeben, was man selbst denn so unter einem "Traumbusen" versteht – also die "Wunschgröße (Umfang und Cup)". Danach beginnt dann das Warten, ob der Mann mit den Silikonkissen am 17. Februar das richtige Kärtchen aus dem Topf mit den Namen operationswilliger Frauen zieht.

Dass die ganze Aktion mit jeder Menge Werbung für den behandelnden Busen-Doc einher geht und daher für den Radiosender vermutlich extrem günstig oder gar komplett kostenlos ist, versteht sich wohl von selbst. Aber das mit der Moral war bei dieser Aktion ja sowieso nie ein Problem.

 

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