Bruder im Interview Tobias Schweinsteiger: "Basti wird voll da sein!"

Bastian Schweinsteiger (l.) und sein Bruder Tobias haben ein gutes Verhältnis. Foto: dpa/imago

Fußball-Deutschland bangt: Wird Schweinsteiger rechtzeitig zur WM fit? Bruder Tobias sagt: Ja! Und er knöpft sich die Kritiker vor: „Wer Bastian kritisiert, lebt in einer falschen Welt!“ Mit Bayern II will er jetzt in die 3. Liga aufsteigen.

 

AZ: Herr Schweinsteiger, mit Bayern II können Sie in die 3. Liga aufsteigen. Mittwoch ist das Relegations-Hinspiel bei Fortuna Köln. Hat der Mannschaftsrat die Aufstiegsprämie schon ausgehandelt?

TOBIAS SCHWEINSTEIGER: Nein, das ist nicht nötig. Der Verein wird sich nicht lumpen lassen, das weiß ich. Das ist im Erfolgsfall immer so beim FC Bayern.

Sie müssen erst auswärts ran. Was erwartet Sie in Köln?

In der Liga, wenn wir zum Beispiel in Schweinfurt spielen, sind wir es auswärts immer gewohnt, dass mehr Fans von uns da sind. Das wird in Köln jetzt anders sein. Es wird ein 50/50-Spiel zweier Mannschaften, deren Philosophien total unterschiedlich sind.

Wie meinen Sie das?

Wir: viele Talente, junge Mannschaft, oft in Ballbesitz. Köln: viel Erfahrung, sehr robust. Da prallen Welten aufeinander. Am Ende entscheidet die Frage: Wer hat mehr Power?

Der perfekte Sommer im Hause Schweinsteiger: Bayern II steigt auf – und Ihr Bruder Bastian wird mit Deutschland Weltmeister...

...absolut, das wäre perfekt! Aktuell ist mir aber ehrlich gesagt erst mal wichtiger, dass wir aufsteigen.

Sie tragen ein Tattoo von Ihrem Bruder auf dem Bauch. Es zeigt ihn frustriert nach dem Finale dahoam – und triumphierend nach dem Champions League-Sieg ein Jahr später. Was hat es damit auf sich?

Ich habe mir von allen wichtigen Leuten, die in meinem Leben eine Rolle spielen, ein Tattoo stechen lassen. Und ich finde, das ist ein super Bild.

Sie haben eine sehr enge Beziehung zu Ihrem Bruder. Ist die zum Teil harte Kritik an ihm und seiner Fitness aktuell gerechtfertigt?

Man muss sich doch nur mal seine Leistungsdaten anschauen. Da können die Leute auch im Dreieck springen, da verbietet sich Kritik. Wer ihn kritisiert, der lebt in einer falschen Welt. Er ist Champions League-Sieger geworden, siebenmal Meister, siebenmal Pokalsieger. Also bitte!

Warum kritisieren ihn dann einige Experten?

Ich weiß es nicht. Das sind zum Teil gewisse Herrschaften, die zum Teil noch nie groß Fußball gespielt haben. Das ist einfach nur schade. Aber unterm Strich ist es auch unwichtig, ob diese Menschen ihre Meinung abgeben. Die Meinung der wichtigen Leute zählt. Die der Trainer. Der Freunde. Man lernt mit der Zeit bei Leuten zu unterscheiden: wichtig und unwichtig.

Also wird er zur WM in Topform sein?

Aktuell ist er noch angeschlagen. Immer wenn er fit war, hat er Topleistungen gebracht und war ein Leitwolf: bei Bayern und in der Nationalmannschaft. Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Basti wird voll da sein – wie immer, wenn es drauf ankommt.

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Wie oft bekommen Sie auf dem Platz eigentlich Sprüche reingedrückt wegen Ihres Nachnamens, also wegen Ihres prominenten Bruders?

Früher war das noch öfter der Fall. Ich lebe damit jetzt seit mehr als zehn Jahren. Wenn ein Spieler meint, mir mit derartigen Sprüchen zu kommen, lässt das schon sehr auf seine Intelligenz schließen.

Wie begegnen Sie dem?

(lacht) Ich habe da mittlerweile ein kleines Sprüche-Repertoire auf Lager...

Kostprobe bitte!

Das ist nicht druckbar.

Ui, so fies?

Nein, überhaupt nicht beleidigend. Das sind Sprüche, die vielleicht zum Nachdenken anregen. Bei den meisten reicht das schon (schmunzelt).

Bitte beenden Sie den Satz: Wenn wir wirklich den Aufstieg schaffen, dann...

...geht richtig die Post ab. Eine Mannschaftsfahrt ist zwar noch nicht geplant – aber die kann man auch noch kurzfristig organisieren. Es wäre für den Verein ein superwichtiger Schritt, um den vielen Talenten dauerhaft zu ermöglichen, auf höchstmöglichem Niveau zu spielen!

In der Saison 2011/12 sind Sie mit Jahn Regensburg in die 2. Liga aufgestiegen. Rufen Sie sich diese Bilder in diesen Tagen wieder ins Gedächtnis?

Ja. Ich habe mir auch die Relegationsspiele von Bielefeld gegen Darmstadt und Hamburg gegen Fürth angesehen. Das kribbelte schon ein bisschen. Der Unterschied ist ja: Bei uns kann jetzt keine Mannschaft absteigen, weil die beiden Meister gegeneinander spielen. Man kann nur veredeln. Das wollen und werden wir.

 

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