Britischer Schriftsteller Ian McEwan: Merkel ist "Heldin der offenen Gesellschaft"

Der britische Schriftsteller Ian McEwan bezeichnet die Bundeskanzlerin Angela Merkel als "Heldin der offenen Gesellschaft". Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Ian McEwan hält Angela Merkel für eine gute Politikerin. Der britische Schriftsteller lobt sie vor allem für ihre Konstanz. Das heißt aber nicht, dass er an ihr nichts zu kritisieren hätte.

 

Hamburg - Der britische Schriftsteller Ian McEwan (71) hat in einem Interview seine Hochachtung vor Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgedrückt.

"Wenn ich sehe, wie die Tories aus einem politischen Anliegen, dem Brexit, eine Religion gemacht haben, und diese Entwicklung mit der Konstanz von Merkels Politik vergleiche, dann möchte ich sie ehren, als Heldin der offenen Gesellschaft", sagte er dem "ZEITmagazin Mann".

Seine Erfahrung mit der Konservativen Partei (Tories) in Großbritannien lehre ihn, "dass man schätzen sollte, was man hat - auch wenn es manchmal nervt oder langweilt".

Dass der Schriftsteller ("Maschinen wie ich") nichts an Merkel zu kritisieren hätte, heißt das allerdings nicht: "Sie hätte die griechische Wirtschaft während der Euro-Krise finanziell stimulieren sollen." Und: "1,1 Millionen Einwanderer innerhalb weniger Monate ins Land zu lassen, war einerseits heroisch, andererseits war es aber vielleicht auch ein Fehler, weil sie damit die rechten Kräfte gestärkt hat. Dennoch bewundere ich ihre empathische Reaktion."

Schon in der Vergangenheit hatte sich McEwan enttäuscht über den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU-geäußert, um den derzeit ein beispielloses Kräftemessen zwischen Parlament und Regierung stattfindet. Premier Boris Johnson droht damit, sein Land auch ohne Abkommen am 31. Oktober aus der EU zu führen.

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