Bringt er wirklich Unglück? Freitag der 13.: Ein Tag wie jeder andere?

Sie wird auch als "Paraskavedekatriaphobie" bezeichnet: Die Furcht vor Freitag, dem Dreizehnten. Am Freitag ist es mal wieder soweit. Die kuriosesten Irrglauben. Foto: dpa

Heute ist Freitag, der 13. Ein Schreckensdatum für viele Abergläubische. Woher der Mythos kommt und was dran ist am Unglücksdatum.

München – „Paraskavedekatriaphobie“ – ein komplizierter Begriff aus dem Griechischen für ein einfaches Phänomen, das wir alle kennen. Es bezeichnet die Angst vor Freitag, dem 13. – und wer daran leidet, wird sich heute wohl gar nicht erst aus dem Haus wagen. Ob es sich bei der Angst vor dem vermeintlichen Pechtag um eine echte Phobie handelt, darüber streiten Psychologen. Doch woher kommt die Angst – und ist sie berechtigt?

Angefangen hat alles mit der Bibel: Adam und Eva bissen an einem Freitag in den verbotenen Apfel. Jesus starb am Karfreitag am Kreuz. Deshalb soll schon Napoleon nie an einem Freitag in die Schlacht gezogen und Goethe an Freitagen immer im Bett geblieben sein – nur um auf Nummer sicher zu gehen.

Auch die Zahl 13, das „Dutzend des Teufels“, kommt aus der Bibel. Beim letzten Abendmahl saßen mit Jesus 13 Menschen am Tisch. Nummer 13 war Judas, der Verräter. Noch heute haben deshalb manche Hotels kein Zimmer 13, Gebäude keinen 13. Stock und im Motorsport wird oft auf die Startnummer 13 verzichtet.

Die Kombination der beiden „Unheilsbringer“ tauchte zum ersten Mal in den 1950er Jahren auf – eine moderne Erfindung also und kein althergebrachter Aberglaube. Aber was ist denn nun dran am Mythos?

Eine Studie der Schweizer Zurich Versicherung zeigt, dass in den neun Freitagen, die seit 2009 auf den 13. gefallen sind, 20 Prozent weniger Schadensfälle gemeldet wurden, als an anderen Freitagen. Auch eine Untersuchung des ADAC von 2009 ergab, dass an schwarzen Freitagen weniger Unfälle passieren als sonst. Bleibt also festzuhalten: Freitag, der 13. bringt kein Unglück.

Doch Verfechter finden – wenn sie lange genug suchen – immer wieder „Beweise“ für ihre Theorie. So starben die Komponisten Gioacchino Rossini (1868) und Arnold Schönberg (1951) beide an einem Freitag, dem 13., beide im Alter von 76 Jahren (Quersumme 13). Beide waren notorische Paraskavedekatriaphoben. Jüngstes Beispiel: Die Havarie der Costa Condordia am Freitag, den 13. Januar 2012, bei der 32 Menschen starben.

Für Abergläubische gibt es aber Entwarnung: Der nächste und einzige schwarze Freitag im nächsten Jahr ist erst im Juni.

 

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