Brauner Mob "Scheiß Ausländer!" Dann prügeln sie los

Die drei Angeklagten mit ihren Verteidigern im Gerichtssaal. Foto: Torsten Huber

Drei Männer sind mit Gummiknüppel, Bajonett und einem Holzstuhlbein auf Rumänen losgegangen.

MÜNCHEN Arbeitslos, trinkfest und rechtsradikal – diese gefährliche Mischung brachte die Hartz-IV-Empfänger Christian H. (33), Oliver L. (36) und Andreas K. (36) jetzt vor das Münchner Landgericht. Der Vorwurf: gefährliche Körperverletzung.

Nach Erkenntnis der Ermittler sollen sie mit einem „Schlagstock aus Hartgummi“, einem so genannten Tonfa, einem Holzstuhlbein und einem Bajonett fünf Rumänen überfallen haben. Demnach schrien die Angeklagten: „Scheiß-Ausländer!“ – dann schlugen sie zu.

Ihre Tage hatten die Angeklagten zuvor meist in der Bahnhofsgaststätte in Kirchseeon verbracht – bei offenbar eher tumben Stammtischgespräche. Ende September 2010 verbreitete sich dort das Gerücht, eine Verwandte eines der Angeklagten sei von zwei Rumänen sexuell belästigt worden.

„Die mischen wir auf“, beschlossen die Angeklagten. Lange suchen mussten sie ihre Opfer nicht: Sie wohnten im selben Haus. Am Abend des 27. September, gegen 21 Uhr, klopfte Oliver L. an der Tür der Rumänen. Als Vasile P. öffnete, holte Christian H. sofort mit dem Tonfa gezielt Richtung Kopf aus. Vasile P. konnte ausweichen, wurde so nur seitlich links am Kopf und Ohr getroffen.

Die Folge: eine sieben Zentimeter lange Platzwunde. Vasile P. gelang die Flucht ins Treppenhaus. Inzwischen war ein Freund des Rumänen, Constantin M., aus der Wohnung gekommen. Auf ihn droschen die Schläger ebenfalls ein, brachen ihm dabei den linken Unterarm.

Aber auch M. konnte vorm Mob fliehen, verbarrikadierte sich wie Vasile P. in der Wohnung rumänischer Freunde im zweiten Stock. Die Angeklagten setzten nach, brachen die Tür auf und riefen: „Scheiß-Ausländer, A...löcher, Kinderf...!“ Die insgesamt sieben Rumänen in der Wohnung warfen mit leeren Bierflaschen in Richtung der Angreifer, konnten sie abhalten – bis die Polizei eintraf.

Bei einem Geständnis stellte das Gericht Christian H. fünfeinhalb Jahre, Oliver L. fünf Jahre und drei Monate, Andreas K. dreieinhalb Jahre Haft in Aussicht. Deren Gerede von einer sexuellen Belästigung erwies sich übrigens als haltlos.

 

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