"Brauchen Männerfußball" TSV 1860 in Braunschweig: Und jetzt das Triple!

Am Sonntag könnte der dritte Pflichtspielerfolg in Serie für Löwen stehen. Foto: sampics/Augenklick

Nach den Erfolgen im Pokal gegen Mainz und in der Liga gegen Duisburg soll nun in Braunschweig der dritte Erfolg der Löwen folgen. "Wir brauchen absoluten Männerfußball", fordert Kapitän Schindler.

 

München - Was war das für eine Leidenszeit. Der TSV 1860 brachte es in der Liga zwölf Spieltage nicht auf die Reihe und mutierte zu den Sieglos-Löwen. Als einziges deutsches Profiteam hatte der TSV 1860 nach einem Dutzend Zweitliga-Spielen noch immer die Null stehen in der Siegeskolumne.

Nach den Erfolgen im DFB-Pokal in Mainz (2:1) und im Kellerduell gegen Duisburg (1:0) rieben sich die Fans die Augen: Zwei Pflichtspiel-Siege hintereinander! Beim Auswärtsspiel in Braunschweig (Sonntag, 13.30 Uhr, Sky) könnten die Löwen das Sieges-Triple schaffen. Drei Erfolge am Stück gab es zuletzt vor eineinhalb Jahren.

Möhlmann über Tabelle: "Wir sind im Souterrain"

Im Schlussspurt der Saison 2013/2014 gelangen vom 31. bis 33. Spieltag Siege gegen Arminia Bielefeld, Greuther Fürth und den VfL Bochum. Damals kletterten die Löwen noch auf Platz sieben. Jetzt befinden sich die Sechzger im "Souterrain, nicht im Keller" der Tabelle, wie es Trainer Benno Möhlmann, der zwei Mal Braunschweig-Trainer war, beschreibt.

Doch wie war das Rezept für diese Serie vor eineinhalb Jahren? Löwen-Spieler Dominik Stahl erinnert sich, was damals ausschlaggebend war und auch in Braunschweig zählt: "Dass man hinten stabil steht und die Null hält."

Keinen "Hurra-Fußball" brauche es – denn solange die Löwen kein Tor kassieren, "reichen auch mal Kleinigkeiten, um ein Spiel zu entscheiden".

Die Motivation, jetzt weiter zu siegen und eine Serie zu starten, "hat man ohne Frage".

Damals zeigten die Löwen bei ihrer Dreier-Siegesserie mit zwei 2:1-Siegen und einem 2:0 kein Offensiv-Spektakel – eher ein Effizienz-Spektakel. Auf dem Weg der puren Effizienz wandeln die Löwen auch heute. Gegen Duisburg gewann der TSV 1860 durch ein Tor in der Nachspielzeit, enger geht es nicht.

Kapitän Schindler: "Brauchen Männerfußball"

Am Sonntag wollen die Löwen mit drei Punkten nachlegen. Beim Tabellenfünften erwartet Löwen-Kapitän Christopher Schindler "eine echte Herausforderung, das wissen wir vom letzten Jahr". Da sei man "wie eine Jugendmannschaft" aufgetreten, jetzt brauche es "absoluten Männerfußball".

Schließlich habe sich "die Eintracht auf einem sehr guten Niveau stabilisiert und Richtung Aufstieg ausgerichtet", sagt Möhlmann.

Unter der Woche musste er zwei Tage auf Stefan Mugosa verzichten. Der Stürmer konnte aber nach seiner Oberschenkelverhärtung das Abschlusstraining mitmachen. Wahrscheinlich ist er in Braunschweig eine Option für die Bank.

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Die "kleine Serie" von zwei Siegen hat auf ihn und die Mannschaft bereits positive Auswirkungen. 1860-Kapitän Schindler berichtet, dass das "Selbstvertrauen größer ist".

Wichtig sei für die Mannschaft, dass „man die Bestätigung auf dem Punktekonto bekommt, dass die Arbeit unter der Woche nicht umsonst ist“. Möhlmann ist überzeugt: "Die Erfolge sind auf jeden Fall in den Köpfen der Spieler drinnen. Trotzdem führt das nicht dazu, dass wir überheblich agieren."

Innerhalb einer Woche also alles wieder gut? Schindler: "Wer nicht weiß, dass es trotz der zwei Siege um alles geht, ist fehl am Platz." Der Kapitän hegt keine Gedanken an eine Siegesserie: "Die Statistiken interessieren mich nicht. Wir müssen Punkte sammeln."

Auch Möhlmann gibt nichts auf die Retrospektive: "Nach den Statistiken sind wir ja schon drei Mal abgestiegen." Zumindest aber gibt es bei Schindler Gedanken an einen nächsten Sieg: "Wir fahren mit dem Ziel nach Braunschweig, drei Punkte zu holen."

Die Löwen-Fans würden sich wieder die Augen reiben.

 

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