Brasserie Colette Von wegen Seniorenstüberl

Patricia Liebscher will, dass sich die Gäste in der Brasserie Colette ganz wie Zuhause fühlen. Foto: Daniel von Loeper

Erst köchelte das Gerüchtesüppchen, jetzt gibt es in der neuen Brasserie Colette feine französische Zwiebelsuppe.

 

Isarvorstadt - Bevor ein Restaurant eröffnet, wird im Vorfeld schon mal ordentlich Wind gemacht. Bei der brandneuen Brasserie Colette war das nicht anders. Der Berliner Sternekoch Tim Raue hat es aus der Taufe gehoben. Ein erster Besuch zeigt: Dass Raue hier gar nicht persönlich kocht, schmeckt man der neuen Brasserie glücklicherweise gar nicht an.

Am vergangenen Donnerstag wurde das Restaurant eröffnet. Die Brasserie Colette wirkt elegant wie eine französische Grand Dame, aber gleichermaßen auch ziemlich bodenständig und lässig. In der Mitte des Restaurants stehen hölzerne Sitzbänke aus einem alten französischen Zug. Historische Lampen, Teppiche, Besteck in Konservendosen, ein bisschen Messing und eine geschwungene Theke komplettieren das Bild eines modern-einladenden Restaurants.

Die Idee hinter der Brasserie ist ein „Restaurant, das den Charakter eines Wohnzimmers besitzt. Der Gast soll sich einfach fallen lassen und wie zuhause fühlen“, erklärt Patricia Liebscher, Service Operation Managerin der Brasserie.

Die Atmosphäre ist locker bis ungezwungen und keineswegs steif, wie manch Gast es fälschlicherweise einem französischen Restaurant unterstellen mag. Dass der Berliner Zwei-Sterne-Koch Raue hier nicht persönlich am Herd steht, ist wie gesagt nicht zu schmecken. Die klassischen französischen Gerichte auf der Karte des Colettes bieten eine köstliche Mischung aus klassisch französischer Kost (etwa Zwiebelsuppe mit gratinierten Brioche für 6 Euro) und raffinierten Gerichten wie das Huhn unter der Teighaube, das mit Trüffel, Topinambur und Haselnüssen serviert wird (24 Euro). Ein Dessert erklärt den Namen des Restaurants.

Als Kind aß Raue in Frankreich einen Crêpe mit Karamelleis, salziger Butter und Banane, der ihm immer in geschmacklicher Erinnerung geblieben ist. Es war bei Madame Colette.

Klenzestraße 70, Telefon 230 025 55, Mi bis So 12-15 und 18-23 Uhr

 

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