Brasilianer offenbar freigestellt Ribamar: Vom Rekordtransfer zum Missverständnis

Medienberichten zufolge soll Lucas Ribamar vom TSV 1860 freigestellt werden. Foto: imago

Sechzigs brasilianischer Sommer-Neuzugang Lucas Ribamar kam mit vielen Vorschluss-Lorbeeren - und konnte nie Fuß fassen. Jetzt scheint der millionenschwere Samba-Kicker freigestellt worden zu sein.

München - Lucas Ribamar, brasilianischer Sommer-Neuzugang des TSV 1860 von Botafogo Rio de Janeiro, scheint schon wieder Geschichte zu sein an der Grünwalder Straße. Einem Bericht der Bild zufolge soll der 20-jährige Torjäger freigestellt worden und auf dem Sprung in seine Heimat sein, wo der FC Sao Paolo und International Porto Allegro offenbar Interesse haben. Sollte das zutreffen, wäre klar: Ribamar und 1860 - das war ein einziges, millionenschweres Missverständnis.

Teuerster Neuzugang

3,2 Millionen Euro hat der Mann aus Rio, auf Wunsch von Investor Hasan Ismaik über eine Londoner Agentur verpflichtet, laut eines öffentlich einsehbaren Eintrags im Handelsregister gekostet. Wie Präsident Peter Cassalette der AZ verriet, war Ribamar somit teuerster Transfer der Sechzger überhaupt. Große Hoffnungen ruhten auf dem bulligen Mittelstürmer.

Schon bald nach Ribamars Verpflichtung war klar: Der etwas ungelenk wirkende Angreifer wird nicht sofort helfen können. Zuerst sollte er Trainingsrückstand aufholen, schließlich wurde er nach einer langwierigen Sehenverletzung am Sitzbein über Monate hinweg aus dem Trainingsbetrieb genommen. "Man darf Ribamar nicht unter Druck setzen, er ist aus einem anderen Land, spricht die Sprache nicht, war lange verletzt – er wird kein Heilsbringer sein“, sagte Kapitän Stefan Aigner der AZ im Winter-Trainingslager.

60 Pflichtspielminuten

Dort kämpfte sich der Brasilianer dennoch heran und durfte gegen Greuther Fürth (2:1) sein Debüt als Joker feiern. Unter dem Strich stehen allerdings lediglich drei Einwechslungen und (laut Transfermarkt.de) 41 Spielminuten in der Zweiten Liga, 19 Minuten im DFB-Pokal - und kein einziger Treffer. Dafür eine Rote Karte für ein Frustfoul im Pokal-Achtelfinale gegen die Sportfreunde Lotte (0:2).

Und nun der unrühmliche Abgang. 3,2 Millionen Euro für null Tore. Das teuerste Missverständnis in der Historie der Löwen.

Private und persönliche Gründe

Die Löwen twitterten bislang nur, dass Ribamar aus privaten und persönlichen Gründen nicht am Training teilnimmt. Ob er danach nochmals zurückkehrt, beantworten die Löwen nicht.

 

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