Brasilianer des TSV 1860 Victor Andrade: Auf dem Weg zum Fanliebling

Fußballerisch hat Victor Andrade noch Luft nach oben, doch bei den Fans ist er gefragt. Foto: GES/augenklick

Fußballerisch hat Victor Andrade bei den Löwen noch nicht eingeschlagen. Bei den Fans hat er dennoch einen guten Stand – er sucht offensiv den Kontakt.

 

München - Sechzig und die Brasilianer, es ist eine Liebschaft, die Comedian Hannes Ringlstetter einst zum Inhalt eines viel beachteten komödiantischen Stücks machte.

Aktuell hat der TSV 1860 gleich drei Brasilianer, wirklich eingeschlagen hat aber kein einziger.

Verteidiger Rodnei war seit seinem Wechsel nach Giesing im Sommer 2015 mehr verletzt als fit, sollte eigentlich in der vergangenen Transferperiode gehen, blieb nur, weil Sportchef Thomas Eichin die Alternativen für die Abwehr fehlten.

Ribamar hat langen Weg vor sich

Lucas Ribamar, 19 Jahre jung, kam bislang gar nicht zum Einsatz. Zuerst musste er nach einer Muskelverletzung ein langwieriges Aufbautraining absolvieren, gerade fit, zog er sich eine Sehnenverletzung am Sitzbein zu.

Bleibt Victor Andrade. Der 21-Jährige kam in der 2. Liga immerhin fünf Mal zum Einsatz, schoss dabei ein Tor. Er war stets aber nur Back-up. Mitunter fiel er durch seine leidenschaftliche Art nicht nur positiv auf. So holte sich der Linksaußen bei der vergangenen Niederlage in Würzburg unmittelbar nach seiner Einwechslung die Gelbe Karte ab.

Andrade macht mit Gesten Eindruck

Wer ihn im Training sieht, schaut einem hoch begabten Techniker zu, der diese Fähigkeiten nur noch nicht mannschaftsdienlich auf den Platz bekommt. Was aber für ihn spricht: Neben dem Platz sucht Andrade auffallend offensiv die Nähe zu den Löwen-Fans. Und das kann nur im Interesse der Sechzger sein.

Nach dem Vormittagstraining am Montag zum Beispiel waren seine Kollegen längst beim Duschen, da widmete er sich eine Viertelstunde eine Gruppe von Fans, die offenbar eine große Brasilien-Affinität haben und ihm ein T-Shirt mit der brasilianischen Nationalflagge drauf schenkten.

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Es ist immer dasselbe Bild: Andrade begrüßt jeden mit einem herzlichen „Servus“, er spricht zwar kein Deutsch, versucht aber mit minimalem Englisch und vor allem Gesten auf die Anhänger an der Grünwalder Straße einzugehen. Das hat bleibenden Eindruck hinterlassen.

Schon jetzt hat der Offensivspieler menschlich bei vielen Löwen-Fans eingeschlagen. Mehr noch: Andrade ist auf dem besten Weg durch sein Auftreten ein neuer Fanliebling der Sechzger zu werden.

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