Boxstall-Chef nimmt Stellung Sauerland nach Flaschenwurf: "Keine gemeinsame Zukunft mit Brähmer"

"Keine gemeinsame Zukunft": Wilfried Sauerland (l.) über die Zusammenarbeit mit Zeuge-Trainer Jürgen Brähmer Foto: dpa

Wilfried Sauerland nimmt in der AZ Stellung zu dem Eklat um den Wasserflaschen-Wurf bei der überraschenden Niederlage von Weltmeister Tyron Zeuge gegen Rocky Fielding. 

 

Der 78-Jährige ist der Chef des Boxstalls Sauerland, der mit Henry Maske in den 90ern den deutschen Boxboom ausgelöst hat.

AZ: Herr Sauerland, bei der überraschenden Niederlage von Weltmeister Tyron Zeuge gegen Rocky Fielding kam es nach dem Fight zum Eklat. Zeuge-Trainer Jürgen Brähmer warf mit einer Wasserflasche in Ihre Richtung.
WILFRIED SAUERLAND: Er hatte die Flasche, es war eine volle Taxofit-Flasche, mit großer Wucht auf unseren bisherigen Geschäftsführer Freddy Ness geworfen, von ihm prallte sie ab, traf meine Frau, überschütte sie mit Wasser, dann prallte die Flasche auf mich, hat sogar einen kleinen Cut am Schienbein verursacht. So etwas habe ich in all meinen Jahren im Boxen noch nicht erlebt, dass man aus der eigenen Ecke beworfen wird.

Hat Brähmer sich bei Ihnen entschuldigt?
Bei mir nicht. Er ist gleich abgerauscht, auch nicht bei der Pressekonferenz erschienen. So geht man nicht miteinander um, das hat mit Anstand nichts zu tun. Wir hatten in den letzten Monaten ja schon viel Ärger mit Brähmer, er hat uns bei jeder Kleinigkeit sofort einen Brief seiner Anwälte zukommen lassen. Für uns war eigentlich schon vorher klar, dass es mit ihm keine weitere Zusammenarbeit geben wird. Die Entscheidung hat er uns jetzt mit der Aktion abgenommen, es wird definitiv keine weitere Zusammenarbeit mit ihm geben, das steht außer Frage.

Werden Sie eine Strafanzeige gegen Brähmer, der ja wegen Körperverletzungen mehrfach vorbestraft ist, stellen?
Ich lasse das jetzt noch etwas sacken, am Montag oder Dienstag treffe ich mich mit meinen Anwälten, dann werden wir das alles besprechen – und eine Entscheidung fällen.

Wie geht es mit Zeuge weiter? Er hat Ihnen ja auch eine Kündigung geschickt.
Brähmer war ja nie so in unseren Boxstall integriert, wie es Zeuge war, den wir seit sieben Jahren aufgebaut haben. Um ihn tut es mir einfach leid. Er scheint auch nervlich all dem Druck nicht gewachsen zu sein. Man muss sehen, wie sich das jetzt alles entwickelt. Mit Tyron wäre eine weitere Zusammenarbeit denkbar, wir hatten nie miteinander Probleme, die hatten wir nur mit Brähmer. Wenn es eine Zukunft gibt, dann aber eben nur mit Zeuge, aber ohne Brähmer als seinen Trainer.

Zeuge wirkte gegen Fielding ängstlich, völlig überfordert.
Es sieht so aus, als würde Zeuge Probleme bekommen, wenn der Gegner Druck macht, dem kann er nicht standhalten. Im Ring und im Kopf. Tyron ist der bessere Boxer als Fielding, aber die Engländer sind hart, die schlagen zurück. Es wirkte so, als wäre Tyron darauf nicht vorbereitet gewesen.

Das war vor gut einem Jahr im ersten Kampf gegen Isaac Ekpo genauso.
Ja. Es scheint kein Einzelfall zu sein, sondern ein Muster. Tyron muss überlegen, was er will. Er ist eigentlich ein guter Junge.

 

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