Box-WM in Los Angeles Deontay Wilder gegen Tyson Fury: Am Boden, aber obenauf

Deontay Wilder boxt Tyson Fury zum zweiten Mal zu Boden, doch dieser stand wieder auf. Foto: imago/ZUMA Press

Der WM-Fight zwischen Deontay Wilder und Tyson Fury endet unentschieden. Der Klitschko-Bezwinger ist fast wieder der Alte.

 

Los Angeles - Es brauchte die gesamte Schlaggewalt von Deontay Wilder, um die ultimative Krönung des Gypsy Kings, des Zigeunerkönigs, doch noch zu verhindern.

In der zwölften und letzten Runde erwischte der WBC-Weltmeister, der mit einer Knockout-Quote von 98 Prozent der gefürchtetste Schläger des Schwergewichts ist, Tyson Fury erst mit einer gewaltigen Rechten, im Fallen schlug dann noch ein fürchterlicher linker Haken an Furys Kopf ein. Der Ex-Champ ging kapital zu Boden, verdrehte die Augen – doch zur Überraschung aller stand der 2,06-Meter-Koloss wieder auf. "Jesus hat mit seinen heiligen Händen über mich gewacht, er ließ nicht zu, dass ich ausgezählt werde, er wacht über mich", verkündete der Brite nach dem Kampf.

Tyson Fury: "Ich bin der wahre Champion"

Ohne den Niederschlag hätte sich Fury, der 1099 Tage zuvor sensationell Wladimir Klitschko entthront hatte, den WM-Titel geholt. So werteten die drei Punkrichter am Ende Unentschieden – 115:111 für Wilder, 114:110 für Fury, 113:113.

Die Zuschauer im Staples Center quittierten die Wertung mit Pfiffen und Buh-Rufen. "Die Welt kennt die Wahrheit, ich habe gewonnen. Ich bin der wahre Champion", sagte Fury, der aufgrund von Depressionen zwei Jahre nicht geboxt und erst zwei Aufbaukämpfe vor dem Wilder-Fight bestritten hatte.

"Ich habe wie ein Rockstar gelebt, stand kurz vor dem Selbstmord. Aber ich werde wegen des Urteils jetzt nicht wie ein Baby rumheulen. Deontay ist ein großer Kämpfer. Er ist der zweitbeste Schwergewichtler der Welt – nach mir!"

Fury gegen Wilder: Rückkampf in Großbritannien?

Der Kampf wird wohl eine Fortsetzung bekommen. Die beiden einigten sich im Ring schon mal auf ein Rematch. "Wir beide sind große Kämpfer und haben unser ganzes Herz gegeben. Aber durch die beiden Niederschläge in der neunten und in der letzten Runde bin ich der Sieger", sagte Wilder, "ich wollte ihn ausknocken, ich bin nicht zufrieden. Ich werde es im Rückkampf besser machen."

Dann möglicherweise in Großbritannien. "Wir könnten Fußballstadien füllen. Ins Wembley oder nach Arsenal gehen", sagte Furys Promoter Frank Warren, ehe ihm Fury ins Wort fiel: "Ins Old Trafford, komm’ schon, Frank." Old Trafford, das Stadion in Manchester, Furys Heimatstadt.

Eine Breitseite gegen Anthony Joshua, den Weltmeister der Verbände IBF, WBO, WBA, erlaubte sich Fury auch noch: "Kämpfe finden statt, wenn echte Männer sie wollen. Aber wo bist du? Du bist nur ein Chicken, ein Hühnchen, ein Feigling."

Fury war am Boden, ist aber wieder obenauf.

 

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