Bookerin im Milla Club Mira Mann: Die Frau, die tanzt und andere zum Tanzen bringt

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
, aktualisiert am 26.05.2017 - 10:15 Uhr
Mira Mann im Backstageraum des Milla Clubs. Sie bucht die Bands für die Live-Bühne dort. Foto: privat

Mira Mann (31) bucht die Bands im besten Liveclub der Stadt und macht ein Festival im Glockenbachviertel.

 

Bis in der Früh mit coolen Bands im Backstage abhängen, Bier trinken und über Musik reden. "Nee", Mira Mann (31) schüttelt den Kopf, "ganz selten. Ich bin gerade in einer Lebensphase, wo ich konzentriert bin und früh ins Bett gehe."

Seit fünf Jahren bucht Mira Mann die Bands in der Milla in der Holzstraße. Für ihr Booking wurde sie vielfach ausgezeichnet. Bands sind hier groß geworden – oft dann zu groß für den Liveclub mit Platz für 180 Gäste. "Wanda haben drei Mal im Vorprogramm von Nino aus Wien gespielt. Als die Leute Karten für Wanda statt für Nino gekauft haben, da wusste ich, dass ich Abschied nehmen muss", sagt Mann.

Die vielen Bandbewerbungen im Mailpostfach kann sie sich gar nicht alle anhören. "Aber ich gucke, dass ich Bands aus München und Umgebung als Vorband nehme."

Mann ist nicht nur vernetzt mit Booking-Agenturen, sondern selbst Musikerin, die Musik passend für die Milla macht. Seit 16 Jahren forscht sie mit ihrer Indie-Band Candelilla, seziert Musik und Worte, setzt sie neu zusammen und lässt sie gegeneinander krachen. Mira Mann spielt Bass und singt.


Die Musikerin bei einem Konzert ihrer Band Candelilla. Foto: Candelilla

"Auf unserer Tour im April hab ich in den Clubs auf die Plakate geguckt: Könnte das interessant für die Milla sein?" Mit der Post-Punk-Band Motorama aus Russland war Candelilla vor Jahren auf Tour. Jetzt hat Mann sie in die Milla gebucht. Oder der Musiker Dobré, den Mann aus Jugendzeiten kennt, wo sie im Verein Subkultur in Bruck im Booking-Team war.

Die Teamleistung im Milla zu betonen ist ihr wichtig. Seit drei Jahren macht sie das Booking mit Conni Breinbauer. Für ihre größte Veranstaltung, das Milla Walky Talky Festival mit 30 Bands und knapp 20 Spielstätten an der Westermühlstraße diesen Samstag, haben sie sich die Veranstalter der Hauskonzerte dazugeholt.

Musik muss "sperrig und wichtig" sein, sagt Mira Mann

Durch Candelilla lernte Mann die Clubbetreiber Till Hofmann, Peter Brugger von den Sportfreunden Stiller, Komponisten Gerd Baumann und Mehmet Scholl kennen (bei dessen Abschiedsspiel vom FC Bayern sie in der Band war). Mann hat drei Jahre als Musikjournalistin beim BR gearbeitet. "Aber ich wollte diesen rezensierenden Blick nicht für mein Leben haben." Sie ist ausgebildete Tänzerin und rief nach eben diesem Studium Hofmann an, um zu fragen, ob er nicht einen Job habe. "Er meinte, er wolle einen Liveclub aufmachen. Perfektes Timing."

Tanzen will sie trotzdem weiterhin. Beim Panama Plus Festival (26. Juni bis 2. Juli) wird sie einen mehrtägigen Tanzworkshop für 13- bis 15-Jährige geben. "Jugendliche in diesem Alter sind so voller Irrsinn", sagt Mann und meint das als Kompliment. So wie sie es als Kompliment meint, wenn sie Musik als "sperrig und wichtig" bezeichnet. Mira Mann selbst ist weder wichtigtuerisch noch sperrig. Die macht einfach einen guten Job.


Milla Walky Talky: Samstag, 27. Mai. 16 bis 19 Uhr Eintritt frei, danach 29 Euro (im VVK 25 Euro, plus Gebühren). In den Läden der Westermühlstraße, auch in der Kirche St. Maximilian erhältlich – Samstag ab 16 Uhr, sonst wie auch das Programm hier

 

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