Böhmermann gewinnt wieder So glamourös kamen die Stars zum Fernsehpreis

Schaulaufen am Rhein: Sehen Sie hier die Bilder vom roten Teppich. Foto: Henning Kaiser/dpa

Zum zweiten Mal wird der Deutsche Fernsehpreis in Düsseldorf verliehen. Dieses Mal sogar vor TV-Kameras - die hatten vor einem Jahr kurioserweise ausgerechnet bei diesem Preis noch "Hausverbot". Eine Gewinnerin stand schon vorher fest, die anderen warteten gespannt.

 

Düsseldorf - Düsseldorf hat wieder den Roten Teppich ausgerollt für die Stars - und dieses Mal bekommen auch die TV-Zuschauer etwas zu sehen von der jährlichen Gala zur Verleihung des renommierten Fernsehpreises. Während im vergangenen Jahr beim ersten Anlauf am Düsseldorfer Rheinufer keine Fernsehkameras zugelassen waren und die bunte Sause als "Branchentreffen" getarnt war, gab es nun grünes Licht für die spätabendliche TV-Übertragung der Gala.

Insgesamt sollte der Fernsehpreis am Abend in mehr als 20 Werkskategorien vergeben werden. Zehn Juroren hatten sich zu diesem Zweck die Höhepunkte aus dem TV-Jahr 2016 angeguckt. Der Ehrenpreis der Stifter - das sind die Intendanten und Geschäftsführer von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 - geht in diesem Jahr an Schauspielerin Senta Berger (75).

Böhmermann wieder erfolgreich

Der TV-Satiriker Jan Böhmermann hat erneut den Deutschen Fernsehpreis gewonnen. Der 35-Jährige setzte sich in der Kategorie "Beste Unterhaltung Late Night" mit seinem Format "Neo Magazin Royale" gegen die Sendungen "Luke - Die Woche und ich" (mit Luke Mockridge) auf Sat.1 und "Pussy Terror TV" (mit Carolin Kebekus) im WDR Fernsehen und im Ersten durch. "Wir widmen den Preis der Rechtschutzversicherung des ZDF", scherzte Böhmermann bei der Preisverleihung am Donnerstagabend in Düsseldorf.

Der Satiriker hatte sich im vergangenen Jahr wegen seines Schmähgedichts mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angelegt. Er hatte den Fernsehpreis bereits vor einem Jahr in derselben Kategorie gewonnen.

"Hinter uns liegt ein starkes Fernsehjahr, das von den aktuellen politischen Ereignissen geprägt war", resümierte der Jury-Vorsitzende, "TV Spielfilm"-Chefredakteur Lutz Carstens, bereits im Dezember 2016 bei der Bekanntgabe der Nominierungen. "Insbesondere überzeugten aber die fiktionalen Produktionen im Fernsehfilm, der Serie und den Mehrteilern mit großer thematischer Vielfalt, exzellenter Umsetzung und großartigen Einzelleistungen."

Heftige Kritik an Auszeichnung

Der Fernsehpreis wird seit 1999 verliehen, zum zweiten Mal war die Gala jetzt in Düsseldorf. Die Auszeichnung war in den vergangenen Jahren stark in die Kritik geraten, da die Einschaltquoten der TV-Übertragung immer weiter gesunken waren und die Kategorien von Jahr zu Jahr immer wieder geändert wurden. Im Januar 2016 war der Fernsehpreis nach einem Jahr Pause wieder verliehen worden - und das erstmals ohne Fernsehübertragung - ein Armutszeugnis, findet AZ-Kolumnistin Kimberly Hoppe.

"In diesem Jahr ist das wie eine Produktverknappung", sagte WDR-Intendant Tom Buhrow. "Da will jetzt wieder jeder dabei sein und natürlich auch als Gewinner gefeiert werden."

Im vergangenen Jahr hatten unter anderem das vielfach ausgezeichnete ZDF, die ARD-Literaturverfilmung "Nackt unter Wölfen" und die auch in diesem Jahr nominierte Vox-Serie "Der Club der roten Bänder" Preise abgeräumt. Enthüllungsjournalist Günter Wallraff bekam den Ehrenpreis.

 

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